Mettmann: Warmes Essen für Obdachlose
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 20.12.2008Düsseldorf (RPO). Die Caritas lädt 70 wohnungslose Mettmanner zu einem Weihnachtsessen ein.
Der Tagestreff an der Lutterbecker Straße ist auf Spenden angewiesen. „Ecki“ erzählt seine eigene Geschichte.Als ihn seine Eltern im Alter von 17 Jahren rausgeschmissen haben, hat Stefan Ifang – den alle nur „Ecki“ nennen – im Zelt geschlafen. „Aber nicht nur im Sommer, sondern drei Jahre lang bei Wind und Wetter am Rhein“, erzählt der heute 34-jährige und lacht. Ecki ist einer von rund 70 Mettmannern, den die Wohnungslosenhilfe der Caritas gestern zum festlichen Mittagessen in das Evangelische Gemeindezentrum an der Friedhofstraße einlud.
Den Rinderschmorbraten mit Rotkohl und Klößen lässt sich Ecki gut schmecken. Koch Rüdiger Krüll hat sich mit seinem Team richtig Mühe gemacht, um für das festliche Weihnachtsessen etwas ganz besonderes zu bieten. Unter der Woche kocht er an der Lutterbecker Straße jeden Tag etwa 25 Essen, doch die dreifache Menge ist auch kein Problem für ihn.
Spendenkonto
Das Spendenkonto für den Caritasverband des Kreises Mettmann lautet:
Pax-Bank Köln
Kontonummer 1 10 10
Bankleitzahl: 370 601 93
Stichwort: Wohnungslosenhilfe
Info: Caritasverband, Tel. 02104-926226.
Hilfe bei Formularen
Ecki kommt regelmäßig in die Wohnungslosenhilfe. Zwar isst er nicht mehr immer zu Mittag, doch die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen nimmt er gerne in Anspruch. An der Lutterbecker Straße hilft die Caritas Mettmanner Menschen, die wohnungslos sind und etwa so lange bei Freunden wohnen bis es nicht mehr geht. Rund 250 Beratungen hat der Leiter der Wohnungslosenhilfe, Klaus Gärtner, in diesem Jahr angeboten. Das sind so viele wie noch nie zuvor. Schon längst reicht der kleine Raum an der Lutterbecker Straße nicht mehr für das Weihnachtsessen aus, weil jedes Jahr mehr Leute kommen.
„Wir sind auf Spenden angewiesen“, sagt Klaus Gärtner. Der Tagestreff der Wohnungslosenhilfe sei gerade jetzt in der kalten Jahreszeit eine unverzichtbare Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen ohne Obdach. Ein gutes, warmes Mittagessen koste 1,50 Euro. „Jeder weiß, dass man diesem Betrag die Kosten nicht decken kann“. Jeder gespendete Euro komme dort an, wo er gebraucht werde. Mittlerweile hat Ecki wieder eine feste Wohnung in Mettmann, die von der Arge bezahlt wird. Immer mal wieder schlägt ihm die Arbeitsagentur einen Euro-Job vor. Drei Stück – jeweils für sechs Monate – hat er auch schon gemacht. Tischler hat Ecki mal gelernt und auch als Gerüstbauer gearbeitet. Wäre eine Umschulung eine Perspektive? Ecki schüttelt den Kopf. „Hier in Mettmann gibt es ja keine Arbeit“, sagt er und lässt sich den Rinderschmorbraten schmecken.
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