Erkrath: Wellness für alle
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 03.11.2008Düsseldorf (RPO). Anka Zink gastiert mit ihrem Kabarett-Programm im ausverkauften Bürgerhaus Hochdahl.
Die Therapie dauert 90 Minuten und brauchte weder Dekoration noch Requisiten.Ins ausverkaufte Bürgerhaus Hochdahl hatte Anka Zink ihrem Publikum ein „Wellness“-Programm der ganz eigenen Art mitgebracht. Wenn „Wellness“ für Wohlbefinden und gute Laune steht, dann hat die „Therapie“ gewirkt – und das ganz ohne unerwünschte Nebenwirkungen und Zusatzstoffe. „Wellness für alle“ mit Anka Zink braucht weder Dekoration noch Requisiten. Die Kabarettistin kommt einfach auf die Bühne und spricht 90 Minuten lang. Dabei nimmt sie alles aufs Korn, was das „wichtigste Thema unserer Tage“ ausmacht. „Nein es ist nicht die Finanzkrise, oder fühlen Sie sich dabei etwa wohl? “ Wellness bedeute allerdings oft nicht Werte-Wandel, sondern nur Worte-Wechsel.
Stammgast bei Otti
Anka Zink gehörte zum Gründungsensemble der „Springmaus“.
Sie erhielt von Lore Lorentz im Düsseldorfer Kommödchen an der Seite von Harald Schmidt den letzten Schliff.
Sie ist regelmäßiger Stammgast in Sendungen wie Ottis Schlachthof, der Gong-Show, den Mitternachtsspitzen, „7 Tage, 7 Köpfe“ und „Blond am Freitag“.
Am 16.11.08 um 20.15 Uhr ist sie bei „Das perfekte Promi-Dinner“ (Vox) zu sehen.
Gegen den Zwang zur Fitness
Da wird ein schlichter gemischter Salat schnell zu einem kulinarischen Wellness-Ereignis. Als ernstes Problem geißelte Anka Zink den Zwang zu Fitness, guter Laune und gutem Aussehen um jeden Preis. Anti-aging sei bereits kurz nach der Pubertät angesagt. Eine kleine Nervengift-Behandlung „Botox to go“ passe bedenkenlos mal eben schnell in die Mittagspause. Doch was ist eigentlich posthum mit Mülltrennung? Wohin mit dem Giftmüll und den künstlichen Teilen, etwa bei einer Tatjana Gsell oder Cher? Vorbei sind die lustvollen Zeiten, in denen eine Marilyn Monroe auf die Frage, was sie nachts trage, noch hauchte: „Chanel Nr. 5.“ Heute antwortet eine Cameron Diaz auf die Frage: „Ein Schlafhemd aus Bio-Baumwolle.“
Fett bedroht uns täglich. Es hält sich subversiv in allem versteckt, was lecker ist und wo es überall drin war, sieht man immer erst hinterher. Fett ist so kriminell, dass man für grobe Leberwurst neuerdings einen Dealer braucht. Mit dem trifft man sich zur Tarnung im Reformhaus. Selbst ein Mann ist heute vor nichts mehr sicher. Statt wie früher fröhlich Würstchen zu grillen, wird er nun zum Besser-Essi und spießigen Kalorienzähler. Das Jahrtausende alte 11. Gebot: „Ein Mann ist immer schön“ gilt nicht mehr.
Nur die Kinder sind frei, weil „selbsterziehend“. Die ernähren sich abwechslungsreich, mal von Pommes, mal von Big Mac oder Fischstäbchen. Da braucht man auch gar nicht darüber jammern, dass es zu wenige Kinder gibt, denn gewichtsmäßig bleiben sie in der Masse ja gleich. Außerdem würde die fehlende Anzahl durch immer längere Namen ausgeglichen.
„Wellness“ bedeutet aber auch sportliche Bewegung wie Ski fahren oder nordisch walken, thailändisch oder hawaiianisch massieren und alles hat seinen Preis. Zum Glück kann man mit etwas Fantasie viel Geld sparen. So empfehle sich als „Bio-Lifting“ ein beherzter Biss in einen elektrischen Weidezaun und ein Perlbad könne man mit etwas roh verzehrtem Sauerkraut ganz leicht selbst machen. Wohlfühlen würde sich auch der Opa, seit er aus Kostengründen statt zur Seniorenbetreuung zum „Happy Dog-Service“ ginge. Auch sei ein EKG beim Tierarzt billiger. Das koste schließlich für eine ganze Kuh nur 30 Euro.
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