Mettmann: Weniger Straftaten
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 26.03.2009Düsseldorf (RPO). Landrat Thomas Hendele legt die Kriminalitätsstatistik 2008 vor. Diebstähle und Straßenkriminalität sinken stark. Gewaltbereitschaft bleibt ein Problem.
Die Zahl der von der Mettmanner Kreispolizei festgestellten Verbrechen ist 2008 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Nach dem Bericht zur Kriminalitätsentwicklung im Kreis Mettmann, den Landrat Thomas Hendele gestern vorlegte, gingen die Straftaten um 7,6 Prozent gegenüber 2007 auf 30 994 zurück.
Damit fiel der Rückgang der Kriminalität deutlicher aus als im Landesdurchschnitt mit 2,8 Prozent. Die Mettmanner Kreispolizei konnte fast jede zweite Straftat aufklären: 47,3 Prozent nach 45,2 Prozent im Vorjahr. 11 136 Tatverdächtige wurden ermittelt, 2,2 Prozent mehr als 2007.
Der Polizei sei es auch gelungen, sagte der Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr/Strafverfolgung, Ulrich Koch, etwas für das Sicherheitsgefühl der Bürger zu tun. Die Anwesenheit der Beamten in kritischen "Angsträumen" sei erhöht worden, über 108 000 Einsätze nach einer Alarmierung wurden gefahren. Koch: "Die Polizei ist da, und sie ist an den richtigen Orten."
Im Blickpunkt
Weiterhin Sorge breiten der Polizei trotz der Rückgänge Raub, Körperverletzung und Wohnungseinbrüche.
"Gemeinsam aktiv" gegen Wohnungseinbrecher wird fortgesetzt.
Gegen Intensivtäter wurde das Konzept Top-Ten entwickelt. 44 Täter stehen derzeit unter Beobachtung, davon zehn besonders.
So konnte die Straßenkriminalität um 19 Prozent zurückgedrängt werden auf 9342 Taten – den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Auffallend: Nach Raubdelikten wurden 182 Tatverdächtige ermittelt, zwei Drittel von ihnen waren unter 21 Jahre alt. Meist ging es um sogenanntes "Abziehen", wie es unter jungen Leuten verharmlosend heißt, wenn sie anderen Handys, MP3-Player, Geld oder gar nur Zigaretten unter Androhung von Gewalt abnehmen.
Zurückgegangen sind die Diebstähle von 16 480 auf 13 960 (-15,3 Prozent). Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank um 4,5 Prozent auf 1097. 130 wurden aufgeklärt, 112 Verdächtige ermittelt. Dies führt die Polizei auch auf ihr Werben um Nachbarschaftshilfe "Gemeinsam aktiv" zurück. Gesunken ist die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte von 4589 auf 4345 (-5,3) sowie Gewaltkriminalität von 1082 auf 997 (-7,9).
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