Mettmann: Winterdienste im Stress
VON JÜRGEN FISCHER UND CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 18:30Düsseldorf (RPO). Drei Tage lang von morgens 4 Uhr bis abends 23 Uhr räumten die Männer auf den Schneepflügen die Straßen frei. Montagvormittag normalisierte sich der Verkehr. Heizungsbauer und Autowerkstätten hatten Hochkonjunktur.
Die Räumdienste waren seit Freitag im Einsatz. Vor allem am Sonntag bei anhaltenden Schneefällen mussten die Hauptverkehrsstraßen mehrfach geräumt werden. Bernd Hubrig, Leiter des Winterdienstes des Kreises Mettmann, hatte zwei Unimogs und einen großen Allrad-Lkw auf Kreis- und Bundesstraßen im Einsatz: "Wir haben in den drei letzten Tagen 60 Tonnen Salz verstreut und 10 000 Liter Lauge."
Am Sonntag freilich wurde kein Salz gestreut. Das war während des Schneefalls sinnlos. Salz macht die Fahrbahn nur griffig, wenn der Asphalt wenigstens zu sehen ist.
100 Tonnen Salz
Wie war Ihr Winter?
Wie haben Sie den Wintereinbruch erlebt? Ist ihr Auto nicht angesprungen, haben Sie auf dem Bahnsteig gefroren? Waren Sie zu spät dran, war Ihr Chef sauer?
Emailen Sie uns, wie es Ihnen am Wochenende und Montagmorgen ergangen ist, als plötzlich der Schnee in Massen fiel.
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Der Kreisbauhof rüstet sich für die Feiertage: Montag und Dienstag bekommt Hubrig Lieferungen von jeweils 100 Tonnen Salz, am Mittwoch, dem letzten Tag vor Heiligabend, noch einmal 125 Tonnen.
Frank Küppersbusch, Chef des Wülfrather Bauhofes, war für seine Leute voll des Lobes. Der Einsatz habe sehr gut geklappt. Am Sonntag sind seine Mitarbeiter von morgens 4 Uhr bis abends 23 Uhr gefahren.
Am Montag war dann langsam ein Ende in Sicht. Am Vormittag waren die Hauptstraßen geräumt, am Nachmittag fuhren die Räumfahrzeuge dann auch in die Nebenstraßen hinein. Auch Haltestellen machten die Räumdienste in Wülfrath und den anderen Städten frei, soweit dies nicht von Anwohnern erledigt werden musste.
Viele Autofahrer ließen ihre eingeschneiten Autos am Wochenende stehen und blieben zu Hause. Die Autobahn 3 zwischen Mettmann und Hilden musste in der Nacht zu Montag für den Verkehr gar gesperrt werden.
Große Probleme hatten die Menschen, die am Montagmorgen mit ihrem Wagen zur Arbeit fahren mussten. Zunächst mussten sie die Wagen von den Schneemassen befreien, und dann galt es vielfach, eingefrorene Türschlössern zu enteisen.
Die Seitenstraßen in Mettmann waren angesichts der Schneemassen am Montagmorgen nur teilweise geräumt. Spontan halfen sich Fußgänger und Autofahrer gegenseitig. In Mettmann-Süd schoben Helfer Autos an, die sich festgefahren hatten. Nicht alle Anwohner hatten die Gehwege geräumt. Fußgänger wichen auf die Straßen aus.
Vor den Schulen bildeten sich lange Autoschlangen. Auf der Gruitener Straße an der Schule am Neandertal in Mettmann herrschte Chaos.
Lastwagen blieben an den Steilstrecken in Mettmann, etwa am Kolben und an der Beethovenstraße, liegen. Sie kamen die Steigung nicht hoch oder rutschten sogar zurück.
Vom Samstag an hatten Reparaturwerkstätten, Installateure und Heizungsbauer alle Hände voll zu tun. "Es brennt der Baum", kommentierte ein Mitarbeiter eines Mettmanner Heizungsinstallatuers die Lage. Die klirrenden Außentemperaturen von -15 Grad setzten den Heizungen zu, besonders denen, die im Herbst nicht gewartet worden waren. Auch Wasserleitungen froren zu.
Die Batterien so mancher Autos gaben ihren Geist auf, die Scheibenwaschanlagen froren zu. Fahrzeuge, die keinen ausreichenden Frostschutz hatten, mussten stehen bleiben. "Autofahrer, die ihre festgefrorenen Scheibenwischer in Gang setzen, erlebten, wie die Sicherungen des Autos herausflogen", sagt Jörg Schrumpf, Serviceleiter von VW-Schultz in Mettmann. Mitarbeiter der Autohäuser und der ADAC waren unterwegs, um zu helfen.
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