Wülfrath: Wissen ist Macht
VON BENEDICT KREKELER - zuletzt aktualisiert: 04.12.2010Düsseldorf (RPO). Ein Düsseler hilft als Assistant teacher im Chemieunterricht und unterrichtet Klassen im Umgang mit dem PC. Zurzeit sind Sommerferien und der 19-Jährige macht eine Rundreise durch Tansania.
Mwanga Knowledge ist Power – Wissen ist Macht.. ... steht auf den T-Shirts "meiner" Schule in Tansania, der "Mwanga secondari Shule" und ist das Motto, unter dem auch ich seit nunmehr zwei Monaten als assistant teacher die hiesigen Schüler in Chemie und computer studies unterrichte. Die Kommunikation zwischen mir und den Schülern – vor allem den Jüngeren - gestaltet sich nach wie vor etwas schwierig, da ihr Englisch nicht wesentlich besser ist als mein Suaheli. Das Eis ist jedoch gebrochen und viele neue Freundschaften sind bereits geknüpft.
Obwohl der Unterricht noch weit vom deutschen Standard entfernt ist, kommt die "Mwanga secondari shule" als private Schule dem deutschen Schulsystem sehr viel näher als so manche andere hier. Die Schulpartnerschaft nach Deutschland hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Schule hier ein besonders gutes Image genießt, wohl weil die Ausstattung mit Internet und Computern gut ist – sie ist die einzige Schule in der Umgebung, die darüber verfügt – und gerade ein Physik- sowie ein Chemielabor mit Experimentiertischen aus Deutschland fertig gestellt werden konnten.
Landestypisches Gericht
Das landestypische Gericht Tansanias ist Ugali, mit heißem Wasser gekochtes Maismehl, das dann zu Fladen geformt wird.
Dazu gibt es dann z.B. Bohnen, Spinat oder Kohl – der dann aber frittiert wird.
Fleisch wird eher weniger gegessen, und wenn, sind es vor allen Dingen Innereien, also Leber, Nieren, Magen.
Strafe mit Rohrstock ist normal
Was die Art des Unterrichts anbelangt, so muss man sich vielleicht in den Unterricht in Deutschland vor 50 Jahren zurückdenken: der Rohrstock als Bestrafung ist hier noch selbstverständlich in Gebrauch: bei Ungehorsam, aber auch für Vergehen, die vergleichsweise nichtig sind, wie zum Beispiel ein unordentlicher Rock. Prinzipiell sind alle Lehrer angehalten, diese Methode anzuwenden, einige greifen jedoch lieber auf Nachsitzen als erzieherische Maßnahme zurück.
Auch die Art des Lernens kommt mir ungewohnt vor: in erster Linie müssen die Schüler ihren Unterrichtsstoff auswendig lernen und nicht so sehr Verständnisfragen beantworten. Im Großen und Ganzen sind die Schüler hier aber sehr wissbegierig; nur die Klassengröße von bis zu 70 Kindern ist gigantisch.
Großen Spaß macht es mir, den Kindern den Umgang mit dem Computer nahe zu bringen. Natürlich geht es in erster Linie darum, Basiswissen zu vermitteln. Neben den Anwendungen von Textverarbeitungsprogrammen und Tabellenkalkulationen macht es den Schülern besonderen Spaß, Bilder in ein Power Point Programm einzubauen und eine Präsentation zu erstellen. Mein Job ist es auch, die Computer instand zu halten und Software- bzw. Hardwarefehler zu reparieren. Das ist sehr aufwändig, da das Internet zu langsam ist, um Software "down zu loaden", und Ersatzteile schwer zu bekommen sind.
Strom häufig weg
Sehr beliebt bei den Schülerinnen und Schülern ist es auch, mit Freunden E-mails zu schreiben und die Krönung ist "Facebook" – so lange bis der Strom wieder weg ist, was hier zur Zeit häufiger passiert und dann auch durchaus einen ganzen Tag anhalten kann. Zuhause sitzen wir dann bei Kerzenlicht. Kochen ist Gott sei Dank kein wirkliches Problem, da meist auf Kohleöfen gekocht wird. Überhaupt kochen: so langsam gewöhnt sich mein Verdauungstrakt auch an das doch etwas andere Essen hier.
Ende November begannen die sechs Wochen Sommerferien, nachdem die Schüler in den letzten zwei Wochen ihre Prüfungen in ihren Fächern ablegen mussten, und ich werde zu einer Rundreise durch Tansania aufbrechen.
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