Erkrath: Wünsche für ein Leben im Alter
VON MONIKA SPANIER - zuletzt aktualisiert: 28.05.2008Düsseldorf (RPO). Die Begegnungsstätte Gerberstraße stellte nach der Befragung von 18 Besuchern erste Ergebnisse aus dem Landesprojekt Im Quartier bleiben vor.
Senioren vermissen eine öffentliche Toilette, ein Café, Sitzgelegenheiten bei Ärzten und in Geschäften sowie eine Anbindung zum Nordbahnhof.Ältere Menschen in Alt-Erkrath wünschen mehr altersgerechte Wohnungen mit Service in der Innenstadt, ein Café, zusätzlich ein Schuh- und Wäschegeschäft sowie ein Seniorenkino. Das sind die Hits aus Verbesserungsvorschlägen, die Senioren helfen sollen, sich in ihrer gewohnten Umgebung lange wohl zu fühlen. Die Vorschläge sind das Ergebnis einer Befragung von Besuchern der Caritas-Begegnungsstätte Gerberstraße. Diese fand im Rahmen des Landesprojektes „Im Quartier bleiben“ statt. Projektentwicklerin Susanne Tyll, die ähnliche Befragungen in Duisburg Ostacker und Mönchengladbach Wichert durchgeführt hat, präsentierte gestern vor der Presse Details, die zudem in einer Ausstellung nachzulesen sind.
Aus der Hitliste
Verbesserungsvorschläge für das Quartier Alt-Erkrath: Wege reparieren, zusätzliche Ärzte (Augen, Haut, HNO), Sitzmöglichkeiten bei Ärzten und in Geschäften, zusätzliche Toiletten, Polizeipräsenz, Arbeitsplätze, Kur-Charakter, Konzerte, Tanzcafé.
Ergebnis nicht repräsentativ
An der Befragung haben 18 Besucher, darunter 14 Frauen zwischen 70 und 98 Jahren sowie vier Männer im Alter von 72 bis 83 Jahren teilgenommen. Obwohl die Ergebnisse als nicht repräsentativ eingestuft werden, spiegeln sie doch eine Situation, die viele Menschen kennen, wenn sie mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Das Leben in Erkrath lebenswert machen demnach das viele Grün, die Parks, Angebote für den täglichen Bedarf, die Nähe zu Düsseldorf. Auf der Mängelliste steht der Dreck in der Stadt, eine Metzgerei und Drogerie, die am Kalkumer Feld fehlen, eine fehlende Verbindung zum Nordbahnhof, der Aufzug, der am S-Bahnhof Erkrath für Menschen im Rollstuhl viel zu klein ist, vermisst wird ein Saalangebot für mehr als 100 Personen. Es gebe nur einen Augenarzt und ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, die Düsselstraße sei ein Ort des Drogenkonsums wurde geklagt und die Verwaltung habe ihr Augenmerk auf Hochdahl gerichtet. Die Befragung hat ferner ergeben, dass Senioren mit ihrem Rollator schlecht in die Geschäfte kommen, dass es häufig Schlangen vor der Post gibt, dass die Rampe an der Kreissparkasse wegen der Kurve mit dem Elektrorollstuhl nicht zu benutzen ist. Mehrfach gewünscht wurden Sitzgelegenheiten in und vor Geschäften. Manche Senioren wollen die Wohnung nicht mehr verlassen, weil es keine öffentlichen Toiletten gibt, oder weil sie sich auf dem Weg zum Friedhof auf keiner Bank ausruhen können.
Ratspolitiker, die Gleichstellungsbeauftragte Annegret Pollmann sowie Helga Dieringer vom Planungsamt hörten aufmerksam zu. Die Erkenntnisse der Befragung sollen einen Gesprächsprozess mit der Stadtverwaltung, Kirchen, mit Ärzten und Geschäftsleuten in Gang setzen. Oft sind es Kleinigkeiten, die schnell zu lösen sind, aber die Lebensqualität für Senioren entscheidend verbessern können.
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