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Mettmann: Wunderwerke der Natur

VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007

Düsseldorf (RPO). Kunst vor der Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Mettmann: Evi Claßen zeigt die Fotoserie Baumhaut.

Ihre Bilder von Rinden können Menschen in Stress-Situationen zu etwas Ruhe verhelfen.
Die „Haut“ des Baumes findet in der Regel kaum Beachtung. Evi Claßen hat mit der Kamera verblüffend vielfältige Details eingefangen. Motive findet die Künstlerin auf ihren täglichen Wegen als Fußgängerin. Foto: RPO

In der evangelischen Gemeinde Mettmann-Süd ist Evi Claßen schon seit längerem als Fotokünstlerin bekannt. Auch das Lehrerzimmer des KHG schmücken schon mal Fotos der hauptamtlichen Musiklehrerin. Nun ist ihre Serie „Baumhaut“ im Wartebereich der Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Mettmann zu sehen.

„Wir haben uns viel Zeit genommen, um die Bilder für diesen sensiblen Bereich auszuwählen und zu arrangieren“, erzählt Evi Claßen. „Wer vor der Intensivstation warten muss, ist häufig innerlich in Aufruhr. Die Bilder sollen nichts verdrängen, aber sie können die Gedanken in eine etwas andere Richtung lenken.“

Faltige Borke

Die verblüffende Vielfalt der verschiedenen Baumoberflächen zieht den Blick an und weckt die Neugierde. Dass es sich bei allen Fotomotiven um Baumrinde handelt, erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Meistens sind es andere Kriterien, die wir mit der Betrachtung von Bäumen verbinden. Wir schauen auf Blätter, Gesamtform und Früchte oder auf forstwirtschaftlichen Nutzen wie Wuchs, Durchmesser und Schädlingsbefall. Die „Haut“ des Baumes findet dagegen kaum Beachtung. Zu Unrecht, findet nicht nur Evi Claßen, sondern wohl jeder, der ihre Fotos gesehen hat.

Mit ihrer alten analogen Spiegelreflexkamera hat sie die zunächst unscheinbaren Details der Borken eingefangen und dabei wahre Wunderwerke der Ästhetik enthüllt. Ein Dutzend Augen scheint aus der faltigen Borke einer Buche herauszuschauen. Eine andere schlägt graue Falten wie Elefantenhaut, ein Ahorn bildet Muster wie auf die Höhenlinien einer topographischen Landkarte. Die Rinde einer Platane schuppt sich in rundlichen Platten und bildet ein Tarnmuster. Ein dekoratives Arrangement aus fünf Zentimeter langen Stacheln schützt die exotische Gelditschie. Reizvolles Zusammenspiel ergibt sich durch Schatten, Pilzbefall oder junge Triebe. Wunderbare Farbmischungen in Rot-Braun-Tönen hat Evi Claßen am Stamm einer Zypressenart an der B 7 entdeckt. Ihre Motive findet die Fußgängerin bei alltäglichen Wegen ebenso wie bei Wanderungen, Besuchen im Tropenhaus oder auf Reisen. Der Förderverein des EVK zeigt die Ausstellung im Rahmen des Projekts „Kunst vor der Intensivstation“ bis zum Ende der Weihnachtsferien.

Quelle: RP

 
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