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Mettmann: Zankapfel CO-Pipeline

VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010 - 11:41

Düsseldorf (RPO). Die CO-Pipeline der Bayer AG zum Transport von Kohlenstoffmonoxid zwischen Krefeld-Uerdingen und Dormagen sorgt nach wie vor für Streit. Gegner wollen das Projekt stoppen. Bayer kontert: Die CO-Pipeline wird ständig überwacht und regelmäßig Sicherheitskontrollen unterzogen.

Als Anfang des Jahres 2006 auf Erkrather Stadtgebiet die ersten Rohre für die CO-Pipeline entlang der Autobahn 3 verlegt wurden, ahnte noch niemand, dass bis heute verbittert über die Fernleitung zwischen Dormagen und Krefeld gestritten wird.

Als einer der Ersten äußerte der damalige Technische Dezernent in Erkrath Klaus-Dieter Holst große Sorge um die Bevölkerung. Was wäre, wenn ein Lastwagen von der Autobahnbrücke durch das Neandertal auf die im Boden liegende Pipeline stürzen würde? Was könnte die Feuerwehr tun, wenn sich eine Wolke aus hochgiftigem Kohlenmonoxid bildet? Was ist, wenn ein Bagger bei Erdarbeiten die Pipeline trifft? Fragen, die immer mehr Bürger bewegten.

Erst recht, als sie feststellten, dass die CO-Pipeline nicht nur in Erkrath bis auf wenige Meter neben ihren Häusern verlegt wird. In Erkrath, Duisburg, Langenfeld und Hilden bildeten sich große Bürgerinitiativen. Mit Kreuzen, Mahnwachen und Demonstrationen machen die Bürger ihrem Ärger über den Chemieriesen Bayer immer wieder Luft.

Die Firma Bayer hatte vom Beginn an die Stimmung in der Bevölkerung unterschätzt und damit ein großes Kommunikationsproblem. Ihren bis heute wiederholten Beteuerungen, die Pipeline sei sicher, glauben die rund 110. 000 Menschen, die im Kreis Mettmann gegen die Leitung unterschrieben haben, nicht. Zuletzt sorgten Kampfmittelfunde in der Nähe der Pipeline für Aufsehen. Ermöglicht wurde der Bau der Pipeline durch ein von der Öffentlichkeit so gut wie unbeachtetes Gesetz, das zum Teil die Enteignung von Eigentum mit einschließt.

Dieses Gesetz hatten alle (!) Fraktionen des Landtages einstimmig beschlossen. Die Argumentationen Bayers, die Pipeline habe eine enorme Bedeutung für den Wirtschaftsstandort, zog. Bayer betont, die Rohre mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern haben besonders dicke Wände und seien trotzdem verformbar. Dies schütze die Rohre bei Erschütterungen und Erdbeben. Darüber hinaus sei die Pipeline für einen Druck von 100 bar konstruiert. Betrieben wird sie nur mit 13,5 bar.

Auf der gesamten Länge werden Leck-Erkennungs- und Ortungssysteme benutzt. Mit einem Sensorschlauch-System könnten kleinste CO-Mengen frühzeitig entdeckt, bevor es zu einer Gefährdung kommen könnte. An Schieberstationen ist die Leitung abzusperren.

Die Entscheidung über die Inbetriebnahme liegt nun bei den Gerichten.

Quelle: RP

 
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