Handball: Chancentod gegen Fehlerteufel
VON RAINER THRON - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008Das Derby hat viel zu bieten – nur keinen Handball mit Oberliga-Format.
Der Außenseiter TuS Erkrath unterliegt dem favorisierten Spitzenreiter Mettmann-Sport mit 22:23.TuS Erkrath – Mettmann-Sport 22:23 (10:14). ME-Sport bleibt Spitzenreiter. Mit Auftritten wie gestern Abend beim 23:22 in Erkrath werden die Mettmannerinnen aber nicht lange auf dem Tabellen-Gipfel bleiben. Das Derby hatte viel zu bieten – nur keinen Handball mit Oberliga-Format. Die Lokalrivalen leisteten sich in dem umkämpften und bis zum Schluss spannenden Duell unzählige Ballverluste. Beide Teams verwechselten offensichtlich über weite Strecken Tempo mit Hektik. Es war eine Begegnung von „Chancentod“ (Erkrath) gegen „Fehlerteufel“ (Mettmann).
Falsches Ergebnis ?
„Zunächst einmal bin ich mit der Mannschaft zufrieden, sie war eine Klasse besser als in den Spielen zuvor“, bilanzierte Jens Doleys. „Leider ist sie nicht belohnt worden.“ Und das ist aus seiner Sicht umso ärgerlicher, da nicht nur der TuS-Trainer 23 Erkrather Tore gezählt hatte. Letztlich entscheidend war aber, was die Schiedsrichter Brückner/Zimmermann notiert hatten.
Zitterpartie nach klaren Führungen
Das Derby begann mit Verspätung, da die Unparteiischen aus Moers wegen der Schneefälle in mehrere Staus geraten waren. Die ME-Sport-Handballerinnen hatten den besseren Start und schienen nach einer Viertelstunde beim 9:3 schon auf der Siegerstraße. Die Erkratherinnen kämpften sich aber durch „Tore-Hattricks“ vor der Pause auf drei Treffer heran (6:9 und 9:12.), obwohl sie noch glasklare Chancen ausließen, dabei mehrfach Aluminium trafen. Doch die Mettmannerinnen konterten zum 12:6 und nach der Pause zum 17:12 (35.). Nach einem weiteren „Dreier“ lag der TuS nur noch 15:17 zurück (39.). Noch einmal hatte ME-Sport eine Antwort und löste sich auf 21:16 (47.). Dennoch ließen sich die Erkratherinnen nicht entmutigen, verkürzten sogar in Unterzahl nach einem Wechselfehler. Die Frage lautete allerdings: Bis auf einen, zwei oder drei Treffer ? Auf der elektronischen Anzeigetafel war stets mindestens eine Drei-Tore-Führung der Gäste abzulesen. Und nach Svenja Fischers Heber zum 22:18 (52.) schien die Partie entschieden. Doch es wurde noch einmal spannend. Die bewegliche Claudia van Bernem sorgte mit einem Doppelschlag für das 20:22 – auch weil auf der Gegenseite Sandra Doerken, Elke Wagner und Caro Fisch beste Chancen gegen die zum zweiten Durchgang eingewechselte starke TuS-Torhüterin Petra Bitto ausgelassen hatten. Dann gelang Anke Schallinatus sogar das 21:22. Und nach dem 23:21 durch Caro Fisch markierte Annika Dietzsch auch das 22:23. Allerdings zu spät, denn die Mettmannerinnen, die zuvor häufig Cleverness und Übersicht hatten vermissen lassen, hielten den Ball die letzten 20 Sekunden ge*gen die offene Erkrather Abwehr in den eigenen Reihen.
TuS Erkrath: Petra Bitto, Beate Arnold – Anja Niegoth (2), Claudia van Bernem (8), Nina Wingender (2), Tina Kutzner-Otto (2), Caro Mück (1), Tanja Stangier, Adriana Weber (1), Steffi Kovacic, Anke Schallinatus (1), Annika Dietzsch (5), Beate Sikorski (1), Tanja Tschurer.
Mettmann-Sport: Samantha Sklorz (n.e.), Gitti Hölscher – Judith Berger (4), Steffi Stemmler, Sandra Möller (1), Svenja (1) und Sabrina (4/1) Fischer, Karen Swoboda (1), Sandra Höfig (1), Sandra Doerken, Rocky Petridou (4), Elke Wagner (1), Caro Fisch (6/1).
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