Schwimmen: Die Schwimmer von morgen
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 22.06.2012Lokalsport (RP). Beim Vorschwimmen begutachtete die Schwimmabteilung des Turnerbundes Wülfrath den Leistungsstand der Neuanmelder, um sie anschließend richtig eingruppieren zu können. Trainerin Annica Telm konnte den neuen Schwimmern dabei bereits erste Tipps geben.
Fest schließen sich die kleinen Kinderhände um die Kante des blauen Brettchens. Die Arme nach vorne gestreckt, die Beine knapp unter der Wasseroberfläche, liegt Marc im großen Becken der Wülfrather Wasser Welt. Um vorwärts zu kommen, strampelt er mit den unterschenkeln, so dass das Wasser unter seinen Füßen sprudelt und spritzt. "Schön gemacht", lobt Annica Telm, als der Fünfjährige außer Atem am anderen Ende ankommt.
Die Trainerin des TB Wülfrath stellt den Teilnehmern des Vorschwimmens verschiedene Aufgaben und macht sich Notizen. "Wir überprüfen die Grundlagen und schauen, wie sicher sie sich im Wasser bewegen. Dann können wir sie anschließend besser eingruppieren", sagt Annica Telm. Sie läuft am Beckenrand entlang und beobachtet den fünfjährigen Marc sowie den neun Jahre alten Lars genau. Beide haben bereits das Seepferdchen und damit die Mindestanforderungen für die Aufnahme in den Verein erfüllt. "In der Schule habe ich sogar schon Bronze gemacht. Darüber haben sich meine Eltern so gefreut, dass ich hier noch mehr lernen möchte", sagt Lars und streicht sich die nassen Haare aus der Stirn.
Schwimmen beim TBW
Die Schwimmabteilung des Turnerbundes Wülfrath hat derzeit rund 13 Mitglieder. Sie gehörte zu einer der ersten Abteilungen des 1891 gegründeten Gesamtvereins. Mit mehr als 1800 Mitgliedern ist er der größte der Stadt.
Schwimmer sind beim TBW ab dem sechsten Lebensjahr willkommen. Interessenten können sich unter vollmer@tbw-schwimmen.de oder telefonisch unter Tel. 02058 1790887 melden.
Fähnchen zur Orientierung
Wie Algen wehen sie um seinen Kopf, als er sich auf den Rücken legt und mit den Beinen kräftig strampelt. In kleinen Fontänen spritzt das Wasser auf, die Füße klatschen auf die Oberfläche, doch Lars kommt nur mühsam vorwärts. "Versuch mal, die Füße gestreckt zu halten", rät Annica Telm. Unter ihr versucht der Neunjährige die Zehen zu strecken und gleichzeitig den Strampelrhythmus beizubehalten. "Vorsicht!", ruft die Trainerin warnend, als sie bemerkt, dass die beiden Jungen im Wasser fast mit den Köpfen zusammenstoßen.
Beide richten sich pustend im Wasser auf und lachen sich gegenseitig an. "Dann schwimmt mal eine Bahn Brust", fordert Annica Telm die beiden Jungs auf. Während Lars scheinbar mühelos mit den Schwimmbewegungen beginnt, hat Marc Mühe, Arme und Beine zu koordinieren. "Er ist eigentlich noch ein bisschen klein. Denn Kinder sind erst frühestens mit fünf Jahren in der Lage, die Bewegungen im Wasser motorisch umzusetzen", sagt der sportliche Leiter Holger Schönekes.
Die Trainingsgruppen mit den Jüngsten beginnen daher zunächst mit dem Rückenschwimmen. "Das ist für die Kinder einfacher, da sie keine Probleme mit der Atmung haben. Sie sehen zwar auch nicht, wo sie hinschwimmen, doch dafür haben wir die Fähnchen aufgehängt", sagt Holger Schönekes und deutet auf die blauen Wimpel, die kurz vor dem Beckenrand über dem Wasser baumeln.
"Wollen wir noch ein bisschen springen", fragt Annica Telm. Die Jungs nicken eifrig. Mit einem Schwall Wasser steigen sie aus dem Becken und schauen die Trainerin tropfnass und fragend an. "Könnt ihr schon eine Kerze?", fragt sie die beiden. "Ja", sagt Lars und klettert auf den Startblock.
Marc schüttelt den Kopf. "Willst du es denn mal versuchen?" Er nickt und wischt sich das Chlorwasser aus den blauen Augen. Wann er das Schwimmen gelernt hat, weiß der Fünfjährige nicht. "Meine Mutter hat mich hierher geschickt", sagt er. Seine drei Geschwister sind bereits Mitglied im Verein. Ihnen möchte er nacheifern. "Ich möchte hier Rücken- und Kraulschwimmen lernen", sagt Marc mit Nachdruck. "Rückenschwimmen mag ich am liebsten. Das macht am meisten Spaß."
Wie ein Frosch im Wasser
Annica Telm ist zuversichtlich, ihn die Anfängergruppe aufnehmen zu können. "In den 45 Minuten Training kann er wahrscheinlich schon mithalten." Dann nickt sie Lars auf dem Startblock aufmunternd zu. Den kleinen Körper kerzengerade gespannt, springt der Neunjährige ins Wasser. Ohne große Spritzer taucht der Nachwuchs-Schwimmer wie ein Pfeil in das klare Wasser ein und kommt in einem Strudel aus tausenden von Blasen wieder an die Oberfläche.
Dann klettert Marc auf den Startblock, zupft noch einmal seine Badehose zurecht, stellt sich kerzengerade an die Kante und springt. In der Luft klappen jedoch seine Beine nach hinten weg und er landet wie ein Frosch im Wasser, das nach allen Seiten hin wegspritzt. "Das hast du toll gemacht", lobt Annica Telm seinen Mut und der kleine Schwimmer strahlt.
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