Fußball: Einmal nicht aufgepasst
VON BIRGIT SICKER - zuletzt aktualisiert: 20.08.2007Im Derby der Fußball-Verbandsliga hatte der VfB 03 in Ratingen mit 0:1 das Nachsehen. Beide Mannschaften glänzten mit kompakten Abwehrreihen – die Hildener Angreifer fanden keine Lücke.
Ratingen 04/19 – VfB Hilden 1:0 (0:0). Der Sport schreibt oft besondere Geschichten. So auch im spannenden Derby der Fußball-Verbandsliga. Ausgerechnet die Einwechslung von Daniel Rehag leitete die Wende in einer bis dahin ausgeglichenen Partie ein. Der Stürmer trug in der vergangenen Saison noch das Trikot des VfB 03, fiel aber in Ungnade, als er nach den finanziellen Problemen des Klubs seine Wechselabsicht im Winter bekundete – und lag danach sprichwörtlich auf Eis.
Erst im Sommer löste der VfB 03 nach zähen Verhandlungen mit Ratingen 04/19 den Amateurvertrag auf. Eine Investition, die sich zumindest im Derby für den Liga-Rivalen auszahlte. Rehag war gerade einmal fünf Minuten auf dem Platz, als er mit einem Einwurf die Führung einleitete. Hakan Yalcinkaya verlängerte auf Ergin Akyüz, der per Kopf ins linke untere Eck zum 1:0 (64.) traf. Für die Hildener ein Rückschlag zur Unzeit, denn zuvor lieferten sich beide Seiten einen aufopferungsvollen Kampf. Die Stürmer fanden jedoch nur selten eine Lücke – deshalb waren auch die Hildener Angriffsbemühungen in den letzten 25 Minute zum Scheitern verurteilt.
So spielten sie
Ratingen 04/19: Blumhoff – Schwartz, Fiedorra, El Hajjaj (59. Rehag), E. Akyüz, Yalcinkaya, Sperling (90. Vural), F. Hoffmann (90. Rohpeter), Zelles, Rossow, Köpke.
VfB Hilden: Kuznik – Jakobs, Bastians, Wüster, Michel (84. Adu), Basovic, Niedzkowski, Sakalakis (77. Izzo), Sibilski, Schörnich (71. Öztürk), Özdemir.
Zuschauer: 500.
Schiedsrichter: Florian Weinmann (Dinslaken).
Für den ersten Aufreger bei den rund 500 Zuschauern zeichnete Tim Blumhoff verantwortlich. Der Ratinger Schlussmann eilte aus seinem Kasten, um einen Angriff des VfB 03 zu unterbinden und klärte letztlich weit außerhalb des Strafraums – ein unnötiger Ausflug (14.). Zwei Minuten später eröffnete sich den Gästen die erste gute Chance, als Serdar Özdemir auf Marko Basovic flankte, doch dessen Kopfball ging über den Kasten. Im Gegenzug setzte Frederic Hoffmann von der rechten Seite Ergin Akyüz in Szene, der köpfte aber am Tor vorbei (17.). Die beste Möglichkeit zur Führung hatte allerdings Apostolos Sakalakis auf dem Fuß. Der Grieche hatte plötzlich auf dem linken Flügel freie Bahn, zog aber zu spät ab – Keeper Blumhoff und der mit Riesenschritten heraneilende Thomas Scholz blockten den Schuss im allerletzten Moment ab (21.). Sakalakis tauchte danach ab, in der Hildener Offensive blieben weitere Chancen Mangelware.
Erfolgversprechender waren die Ansätze der Platzherren. Samir El Hajjaj legte auf Hakan Yalcinkaya ab, doch der drosch das Leder freistehend in die Wolken (27.). Dann setzte Ergin Akyüz den Ex-VfBer Thomas Zelles in Szene (32.), aber Torwart Lukas Kuznik reagierte ebenso glänzend wie bei einem Schuss von El Hajjaj (42.) – Sekunden zuvor blockte Frank Wüster hintereinander Versuche von Ergin Akyüz und René Sperling ab.
Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel zwang Marko Basovic mit einem strammen Schuss Tim Blumhoff zum Nachfassen. Dann klärte Dennis Rossow vor dem VfB-Stürmer zur Ecke. Vier Minuten später passte Basovic von der Grundlinie zurück auf Sakalakis, aber der 20-Jährige verfehlte das Ziel.
Der 0:1-Rückstand folgte als kalte Dusche. Und in der Schlussphase kam Hektik auf. Der bereits verwarnte Ergin Akyüz wollte den Platz für Müslim Vural räumen, als Schiedsrichter Florian Weinmann unvermittelt den gelb-roten Karton zückte (81.). Ein umstrittener Platzverweis, der die Hildener noch einmal Morgenluft wittern ließ. Trotz Überzahl war die finale Offensive aber nicht von Erfolg gekrönt.
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