Fußball: Haschke soll Kugelblitz stoppen
VON KLAUS MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Der Fußball-Niederrheinligist 1. FC Wülfrath tritt am Mittwoch beim KFC Uerdingen an.
Der 23-jährige Innenverteidiger soll die Bewachung des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs Ailton übernehmen.Ein Thema beherrscht derzeit die Fußball-Niederrheinliga: Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Ailton wird am Mittwochabend in der Krefelder Grotenburg gegen den 1. FC Wülfrath seinen Einstand beim Aufstiegsfavoriten KFC Uerdingen geben. Einer der davon direkt betroffen ist, bleibt relativ gelassen.
Kein Privatduell
Martin Haschke bildet beim FCW zusammen mit Kapitän Marco Menge eines der stärksten Innenverteidiger-Paare der Liga. "Es sieht wohl so aus, dass ich es mit Ailton zu tun haben werde. Das ist eine schöne Aufgabe, auf die ich mich sehr freue", erklärt der 23-Jährige. Zugleich betont Martin Haschke, dass dies kein Privatduell ist. "Wir spielen in der Innenverteidigung sehr flexibel, so dass derjenige, der in Nähe des ballführenden Stürmers steht, direkt übernimmt." Der Wülfrather bemüht sich gelassen zu bleiben, gibt aber auch zu: "Wir spielen mit dem FCW in der sechsten Liga. Da ist es schon etwas Außergewöhnliches, gegen einen ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig anzutreten." Zuletzt habe er vor einem Jahr im Test gegen Bayer Leverkusen mit Theofanis Gekas einen prominenten Torjäger zum Gegenspieler gehabt. "Klar, dass bei uns im Training der Name Ailton oft fällt. Derzeit liest man ja fast jeden Tag in allen Zeitungen irgendeine Geschichte über ihn", berichtet Martin Haschke.
Zugleich verweist er darauf, dass für ihn und seinen Teamkollegen der KFC Uerdingen insgesamt als Mannschaft ein großes Gesprächsthema sei. "Was die während Winterpause in neue Spieler investiert haben ist beinahe unbeschreiblich", betont der 23-Jährige. "Wenn der KFC mit diesem Team nicht aufsteigt, dann machen die in Uerdingen etwas falsch." Die Summen, die einzelne Spieler in Krefeld kassieren sollen, lassen den ehrgeizigen jungen Abwehrspieler nicht unbeeindruckt. Es sei doch Wahnsinn, dass Ailton in der sechsten Liga für 18 Monate angeblich über 300 000 Euro kassieren soll. "Da kann ich beim 1. FC Wülfrath zehn Jahre spielen und hätte soviel Geld insgesamt nicht verdient", zeigt Martin Haschke die Relationen auf.
Gespannt ist er, ob "Kugelblitz" Ailton noch über die Schnelligkeit von früher verfügt. "Der ging damals ab wie eine Rakete und machte dann blitzsaubere Tore", zeigt er Bewunderung für den Brasilianer. Zugleich macht Martin Haschke deutlich, dass er selbst auch über eine gute Grundschnelligkeit verfüge. "Ich glaube, dass ich läuferisch keine Probleme mit Ailton haben werde. Zudem habe ich wohl Vorteile im Kopfballspiel." Ailton dürfe man aber keinen Moment aus den Augen verlieren. "Das ist ein ganz abgezockter Torjäger, der aus einer Null-Chance eine Hütte macht." Auch Trainer Frank Kurth, der sich offiziell noch nicht festlegen will, ob Haschke gegen Ailton spielen wird, sieht seinen Innenverteidiger in einer starken Position. "Martin ist ein sehr schneller und ungemein aufmerksamer Abwehrspieler, der es jedem Stürmer schwer macht, sich durchzusetzen."
Martin Haschke selbst freut sich vor allem auf die Kulisse in Uerdingen. "Mittwochsabends in der gut gefüllten Grotenburg unter Flutlicht zu spielen, ist einfach klasse." Grinsend meint er, dass es toll wäre, wenn am nächsten Tag in der Zeitung die Überschrift lautet: "Martin Haschke schaltet beim Sieg des FCW Ailton aus."
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