Handball: Klare Rollenverteilung
VON M. IN'T ZANDT UND E. ROOS - zuletzt aktualisiert: 22.11.2008Die Handballerinnen des TuS Erkrath empfangen Mettmann-Sport.
Der Oberligist ist im Lokalderby gegen den Spitzenreiter am Sonntagabend Außenseiter.TuS Erkrath – Mettmann-Sport. Im Vorfeld des Oberliga-Derbys scheinen die Rollen klar verteilt. Die ME-Sport-Handballerinnen eroberten zuletzt den Tabellengipfel zurück und gehen als turmhoher Favorit in das Duell beim TuS Erkrath, der nach vier Niederlagen in Folge Tuchfühlung zu den Abstiegsplatzen hat.
Trainieren und probieren
Kein Wunder, dass TuS-Trainer Jens Doleys von einer einfachen Aufgabe spricht, denn sein Team habe absolut nichts zu verlieren. Dass seine Mannschaft gegen Mettmann die fünfte Niederlage in Serie kassieren wird, davon könne man angesichts der momentanen Situation ausgehen. Also macht der TuS-Coach aus der Not eine Tugend: „Wir werden trainieren und probieren“, erklärt Jens Doleys, der am Sonntag (18 Uhr, Karlstr.) aller Voraussicht nach seinen kompletten Kader aufbieten kann – einschließlich Neuzugang Petra Bitto. Die Torhüterin, die viele Jahre im Erkrather Gehäuse stand und erst zu Beginn der Saison nach Gräfrath gewechselt war, ist unter der Woche an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Ein Fragezeichen steht nur hinter dem Einsatz von Ina Baumeister.
Vier Niederlagen in Folge
Dass es bei seiner Mannschaft nach dem starken Saisonauftakt mit 6:2 Punkten aus den ersten vier Spielen nicht mehr rund läuft, hat für ihn zwei Gründe: „Zum einen hatten wir längere Ausfälle, zum anderen sind wir zuletzt auf Gegner getroffen, die auf dem aufsteigenden Ast waren.“ Das beste Beispiel sei der TV Lobberich, der mit 30:21 über Erkrath den ersten Saisonsieg feierte. Diese Mannschaft hatte Jens Doleys dreimal innerhalb einer Woche gesehen und eine deutliche Verbesserung beobachtet. „Und dann haben sie gegen uns noch einen Sahnetag erwischt.“ Der Erkrather Trainer ist allerdings sicher, dass sich bald wieder Erfolgserlebnisse einstellen werden. Gegen ME-Sport aber voraussichtlich noch nicht.
Die Mettmannerinnen sind nach dem 31:31 in Rheydt und dem 28:29 gegen Wedau mit Siegen in Kempen (30:24) und gegen Gräfrath (35:24) wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Da zudem die Titelkonkurrenten patzten, hat ME-Sport den Tabellengipfel zurückerobert. Der ETuS Wedau gab mit dem 23:24 bei der HSG Düsseldorf die ersten Punkte überhaupt ab. Der Rheydter TV kassierte mit dem 25:26 beim SV Friedrichsfeld seine erste Saison-Niederlage.
Zwar sollen Lokalderbys besonderen Gesetzten unterliegen, dennoch geht ME-Sport als klarer Favorit in die Begegnung. Nur hinter dem Einsatz der leicht angeschlagenen Sandra Höfig steht ein kleines Fragezeichen. Ansonsten kann Christoph Schon seine Bestbesetzung aufbieten. Der Coach hofft, dass seine Truppe konzentriert in die Partie geht und endlich auch über die volle Distanz eine konstante Leistung zeigt.
Durch die Rückkehrerin Petra Bitto zwischen den Pfosten soll die Erkrather Abwehr wieder mehr Rückhalt bekommen, um die Mettmanner Torfabrik – 290 Treffer in neun Spielen – in den Griff zu bekommen. Dennoch: Alles andere als ein klarer ME-Sport-Sieg wäre eine Überraschung.
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