Handball: Pokalkrimi mit Happyend
VON FRANK FISCHER - zuletzt aktualisiert: 31.01.2009Die Handballerinnen des TB Wülfrath ziehen nach Verlängerung in die 2. WHV-Runde ein.
Der Oberligist bietet allerdings beim 28:27 über den klassentieferen SSV Gartenstadt eine "unterirdische Leistung".– SSV Gartenstadt 28:27 (22:22/12:8). "Das Glück des Tüchtigen" heißt es auch im Handball zuweilen nach einem knappen Sieg. Allerdings nicht beim Erfolg der TBW-Frauen: Das Oberliga-Team zog trotz einer "unterirdischen Leistung" in einem Pokalkrimi durch ein 28:27 nach Verlängerung gegen den Verbandsligisten SSV Gartenstadt in die 2. WHV-Runde ein. Die Wülfratherinnen wirkten – wie in den letzten Meisterschaftsspielen – saft- und kraftlos, ließen über weite Strecken jeglichen Spielwitz und Angriffsdruck vermissen, scheiterten zudem häufig an der überragenden SSV-Torhüterin Kathrin Lohmann. Einzig TBW-Spielmacherin Steffi Rath zeigte zumindest ansatzweise Oberliga-Format, wurde aber von ihren Nebenleuten im Stich gelassen. So wird es die Truppe von Trainer Jurek Tomasik in den folgenden Spielen gegen die Abstiegskandidaten Gräfrath, Erkrath und Neuss sehr schwer haben zu punkten.
Hattrick von Franzi Döpper
Zu Beginn des Spiels überboten sich beide Teams mit technischen Fehlern und schwachen Abschlüssen. Nach dem 1:1 (8.) fingen sich zuerst die Krefelderinnen, gingen 4:2 in Führung. Nach dem verwandelten Siebenmeter der weiterhin von einer Grippe geschwächten Leonie Berger ging ein Ruck durch das TBW-Team. Mit sechs Toren in Folge, darunter ein lupenreiner Hattrick der schnellen Franzi Döpper, zog Wülfrath auf 8:5 und bis zur Pause auf 12:8 davon.
Doch nur bis zum 16:13 (40.) verteidigten die TBW-Handballerinnen ihren Vorsprung. Dann gab Jurek Tomasik seiner Spielmacherin Steffi Rath eine wohlverdiente Pause – und der Schuss ging nach hinten los. Innerhalb von nur zehn Minuten erzielten die kampfstarken Gäste fünf Tore in Folge zum 18:16. Erst als Steffi Rath wieder eingewechselt wurde, fingen sich die Wülfratherinnen. Bis zum Schlusspfiff entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei einer 22:21-Führung und einem Siebenmeter eine Minute vor dem Ende hatten die Krefelderinnen die Entscheidung auf der Hand – aber nach einem kläglichen Versuch landete der Ball neben dem TBW-Kasten. Im Gegenzug machte es Leonie Berger besser und traf per Strafwurf zum 22:22.
In der Verlängerung konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Nadine Schwartekopp erzielte den 28:27-Siegtreffer. Den letzten Angriffsversuch der Gäste stoppte TBW-Abwehrchefin Anja Krohm an der Mittellinie sehr rustikal, kassierte aber nur eine Zeitstrafe. Kurz darauf beendete die Schlusssirene den Pokalkrimi mit einem Happyend für Wülfrath.
Trainer Jurek Tomasik kommentierte anschließend vielsagend: "Mit der kämpferischen Einstellung war ich zufrieden."
TBW: Steffi Pettau, Katrin Macherey – Leonie Berger (6/3), Franzi Döpper (4), Anja Krohm (1), Steffi Rath (6/2), Xenia Trippel, Kiki Nitzschmann (4), Nadine Schwartekopp (3), Kerstin Weber (1), Hannah Struck (1), Saskia Buiting (2), Maren Pohlmann.
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