Handball: Wichtige Punkte gegen Abstieg
VON FRANK FISCHER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2012Handball (RP). Mettmann-Sport gewinnt das Lokalderby bei der HSG Düsseldorf II am Ende glücklich, aber insgesamt verdient mit 30:29.
Die kampfstarken Oberliga-Handballer kommen nach einer 21:14-Führung noch in Schwierigkeiten. Bestnoten für Torhüter Matthias Piechuch und Robin Flemmig.
Düsseldorf II – Mettmann-Sport 29:30 (9:15). Im wegweisenden Derby sicherten sich die Mettmanner Oberliga-Handballer dank einer starken kämpferischen Leistung und einer überragenden ersten Halbzeit einen insgesamt verdienten, aber Ende allerdings auch ein wenig glücklichen 30:29-Sieg. Das Team des Trainerduos Markus und Tom Neußer revanchierte sich nicht nur für die 27:28-Hinspielniederlage – ebenfalls durch einen Treffer in der letzten Sekunde –, sondern hätten aufgrund der mehr erzielten Auswärtstreffer im direkten Vergleich, der am Saisonende bei Punktgleichheit entscheidet, gegenüber den Düsseldorfern die Nase vorn.
Überragende erste Halbzeit
Der Auftritt der Mettmanner in der ersten Hälfte war beeindruckend. Gestützt auf einen fantastisch haltenden Matthias Piecuch im Tor zeigten die Gäste den Düsseldorfern klar die Grenzen auf, lagen zwischenzeitlich mit 14:7 (23.) vorne und gingen mit einer deutlichen 15:9-Führung in die Pause. Beste Mettmanner neben Matthias Piecuch waren dabei Robin Flemmig mit einer fast hundertprozentigen Wurfausbeute und Youngster Christian Kruse mit tollen Aktionen auf der linken Außenbahn.
So spielten sie
Männer: HSG Düsseldorf II: De Clerque, Jakubiak – Kronenberg (7), Zobel (5), Neukirchen (6), Schneider (3), Hasan-Zada, Schüssler (1), Oberwinster, Mohr (1), Feltgen (1), Duval (2), Hinrichs, Winter (3).
Mettmann-Sport: Piecuch, Sippli – Reimers (3) J. und R. (6) Flemmig, Späth, Vogt (4), Verholen (2), Fischer (3), Kruse (6), Klein (3/3), Metz (3).
Frauen – HSG Düsseldorf: Scharf, Cariou, Grientela – Rubel (5), Ludwig (2), Gowitzke (7/2), Bach, Willecke (2), Sauter (1), Hinnerkott, Szabo (2), Bohlmann (7), Thanscheidt (2).
Mettmann-Sport: Giebisch, Kapune – Büngeler (2), Lambertz (8), Ely, Heidkamp (5), Homberg (5/2), Berten (6/2), Getz (2), Bauch, Redder (1/1), Böhmer (3).
Nach dem Wechsel – Markus Neußer hatte seine Mannschaft auf eine weitaus aggressivere Düsseldorfer Mannschaft eingestellt – verteidigten die ME-Sport-Handballer den klaren Vorsprung bis zum 21:14 (41.). Doch das Spiel der Mettmanner lief nicht mehr rund, zudem leisteten sie sich viele einfache Fehler, die die nun ungemein bissigen Gastgeber konsequent nutzten und in der 50. Minute beim 23:23 erstmals den Ausgleich markierten.
In dieser Phase konnten sich die Düsseldorfer auch auf ihren erstarkten Torhüter Stephan de Clerque verlassen, der sich in eine großartige Form steigerte. Nach dem Ausgleich lagen die Mettmanner noch zweimal mit zwei Toren vorne, in der 55. Minute glich die HSG beim 27:27 wieder aus. Danach gingen die Gäste erneut zweimal in Führung, die Max Kronenberg zum 29:29 egalisierte (59:48 Minuten).
Beim Versuch der schnellen Mitte wurde Stefan Verholen vom Düsseldorfer Raffael Winter gefoult, der dafür die rote Karte sah (mit Bericht und automatischer Zwei-Wochen-Sperre). Markus Neußer reagierte, brachte für Torhüter Matthias Piecuch mit Christian Klein einen weiteren Feldspieler. Der Anwurf kam zu Jens Fischer, der den Ball nach vorne prellte, aber nicht – wie alle vermuteten – auf Rechtsaußen Christian Klein passte, sondern Kreisläufer Stefan Verholen bediente, der dann beim Wurf gefoult wurde. Konsequenz: Siebenmeter mit der Schlusssirene. "Spezialist" Christian Klein bewies gute Nerven und verwandelte den Strafwurf eiskalt zum 30:29-Siegtreffer.
Jubel und lange Gesichter
Natürlich jubelten die Mettmanner ausgelassen, während die Düsseldorfer mit langen Gesichtern vom Feld schlichen. "Eine tolle kämpferische Leistung mit einer überragenden ersten Halbzeit", bilanzierte Markus Neußer. "Mir war klar, dass wir diese Abgeklärtheit nicht über 60 Minuten halten können. Umso schöner, dass wir am Ende doch belohnt wurden. Ein Sonderlob geht an Christian Kruse, der ein Klasse-Spiel gezeigt hat." HSG-Coach Benny Daser war enttäuscht: "Wir haben das Spiel eindeutig in der ersten Halbzeit verloren, da waren wir auf dem Feld überhaupt nicht anwesend. Und dann muss man sich nicht wundern, wenn man in einer so engen Begegnung leer ausgeht."
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