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Jecker Empfang:: Rathaus - ganz rattig

zuletzt aktualisiert: 24.02.2004 - 08:48

Düsseldorf (dto). Gab" s zwei schwarze Herrscher im Rathaus: Als Ehrengast der Stadt schaute sich ein sichtlich faszinierter Kgosi Lerugo Molotlegi , König von Bafokeng, einem kleinen Reich in Südafrika, das völlig jecke Treiben im, vorm und hinter dem Rathaus an. Neben sich den Herrn des Hauses, Joachim Erwin , der entgegen sonstigen Überzeugungen völlig weiß gekleidet und geschminkt war, denn er gab einen venezianischen Dogen - darunter allerdings mit Ski-Unterwäsche, weil" s doch mächtig schattig wurde auf der Tribüne im Schatten von Jan Wellem.

Kalt werden musste es den Gästen da nicht unbedingt, denn irgendwie war immer alles in Bewegung - was natürlich an den zahllosen Schunkel-Liedern lag, die entweder von der hauseigenen Kapelle oder den Gruppen im Zoch kamen.

Gut gewärmt auch Markus Lüpertz : Der Akademie-Rektor kam als Mönch, hatte sich die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und schien zuerst Sean Connery in "Der Name der Rose" zu sein.

Ziemlich malträrtiert wirkte Friedrich Conzen, der den von Verdi verprügelten Rheinbahnschaffner spielte, wie immer froher Dinge dagegen Kämmerer Helmut Rattenhuber mit einem wohlgefüllten Stadtsäckel. SPD-Kandidatin Gudrun Hock hatte in einer Oper (Der Nussknacker) erfolgreich ein Kostüm gesucht, Stadtsprecher Gregor Geiger (voriges Jahr als würdiger Kardinal) war dieses Jahr im zauberhaften Merlin-Gewand kaum erkennbar.

Extrem sexy dagegen WDR-Moderatorin Petra Albrecht in der Kluft einer Leder-Lady, gar nicht seriös Sparkassen-Chef Hans Schwarz im Clown-Kostüm und FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann protestierte auf ihre Art gegen alles Grüne in der Politik. Jonges-Baas Gerd Welchering humpelte als Seeräuber durchs Bild (die Leiste!), Kultur-Ikone Wolfgang Kamper war ziemlich multi-kulti, Marlies Smeets liebt pinke Perücken und Heinrich Pröpper (IDR) fand sich teuflisch gut.

Nicole Schönauer dagegen fand" s himmlisch: Gerade noch hatte sie mit Freunden geschunkelt, da kam der Wagen der Prinzengarde Rot-Weiß vorbei. Dabei ihr Lebensgefährte, Schlösser-Chef André Vazart. Der reckte ein Pappschild in die Höhe. Auf dem stand: I. L. D., Nicole - die fühlte sich im siebten Himmel. Tränen hatte auch die Chefin vom Nähkörbchen in den Augen. Als die KG Regenbogen an ihrem Vereinslokal an der Hafenstraße vorbei tanzte, warf sie tausende von Pils-Manschetten in die Luft. Ein bunter Konfetti-Regen und flimmernde Herzen waren die Antwort. Und als Präsident Lothar Hörnig dann sein (ca.) 287. Helau rief, gab es kein Halten mehr.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Mitten im Zug war für Manni Breuckmann Schluss. Dann verließ er sein Kommentatoren-Kämmerchen und trank mit den Kollegen von der WDR-Technik ausnahmsweise mal nicht dat leckere Dröppken vom Uerige, sondern ein kühles Gatz. "Häste schon allet widder upjerömt vom Fe-de-Fe?", rief Peter König vom Prinzengarden-Wagen dem Parkhotel-Chef Roland Ross zu. Er hatte. In drei schnieken Suiten in der dritten Hotel-Etage war alles gerichtet für einige Jecken, die von dort den Zoch guckten. Die empfing der Hotel-Chef zwar als waschechter Schotte, sparte aber dennoch keineswegs mit Sekt, Alt, Frikadellen, Berlinern und heißer Suppe.

Gerade richtig für Petra Günther . Die PR-Fee vom Schauspielhaus, verkleidet als Charleston-Girl, ließ sich vom Suite-Balkon den frischen Wind um die Nase wehen. Aber nicht nur, um den Zoch zu sehen. "Ich hab" das Theater immer fest im Blick", versicherte sie.

Sportlich per Fußmarsch quer durch die Stadt, hatte sich Familie Heinersdorff auf die Narretei eingestimmt. Mit roten Wangen kamen Robby Heinersdorff als lustiger Camper, Ehefrau Jeannine als schwangere Ente (im April wird der Nachwuchs erwartet) und Mutter Barbara als edle Möhne. "Wenn man schon Oma wird, muss man ja wenigstens so aussehen", kommentierte sie.

Ganz zivil dafür Karsten Speck, dessen Herz dafür um so närrischer schlug: "Ich bin so froh, dass ich bei euch sein kann."

Den letzten karnevalistischen Schliff verpasste Mahshid ihrem Mann Ingolf Burstedde (von den Stadtwerken) mit einem Make-up-Mix aus Pierrot und Mephisto.

Für Karl-Heinz Theisen (Heine-Kreis) erschöpfte sich die närrische Maskerade mit einem durchbohrten Herz auf der Wange. Ehefrau Evelyn ging als Rockerbraut härter zur Sache: "Die Harley steht aber zu Hause."

Von Hans Onkelbach
und Birgit Wanninger

OB Joachim Erwin und Ehefrau Hille nehmen den Karneval sehr ernst.  Foto: RPO
OB Joachim Erwin und Ehefrau Hille nehmen den Karneval sehr ernst. Foto: RPO
Fotos
Erwon-Herausforderin, die SPD-Kandidatin Gudrun Hock, ließ sich von Gerhard Schröder und Angela Merkel (hinter den Masken zwei RP-Reporter) gerne ins "Gebet" nehmen. Foto: RPO
Friedrich Conzen als von Gewerkschaftern ledierter Rheinbahn-Schaffner.  Foto: RPO

 
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