Ratingen: Abtauchen in fremde Welten
VON JASMIN MAXWELL - zuletzt aktualisiert: 15.03.2008Düsseldorf (RPO). Die Fantasy-Szene erlebt seit Harry Potter und der Tinten-Trilogie einen Aufschwung. In der Buchhandlung Peter und Paula wurde jetzt aus „Magyk Septimus Heap“ gelesen. Das Besondere an dem Roman ist sein Humor.
„Man dachte nach Harry Potter ja, man kann keine Zauberergeschichten mehr sehen“, sagt Bernd Schultz, Besitzer der Buchhandlung Peter und Paula. „Magyk Septimus Heap“ von Angie Sage überzeugte ihn dennoch – deshalb las er jetzt zusammen mit Tochter Lotta und Praktikantin Scarlett Tieck aus dem Fantasy-Roman. Dazu spielte die Coverband S.A.C.K. Folk und Rock.
Die Handlung: Der siebte Sohn des Zauberers Silas Heap stirbt bei der Geburt, obwohl er eigentlich magische Kräfte haben müsste. Am selben Tag findet Silas ein ausgesetztes Baby, das die Familie aufnimmt. Bald stellt sich heraus, dass die Kleine die verschollene Tochter der ermordeten Königin ist, und einige Jahre später muss die Familie vor einer Mörderin fliehen, die es auf das Mädchen abgesehen hat.
Die Fantasy-Szene erlebte in den vergangenen Jahren einen riesigen Aufschwung – nicht zuletzt durch Bestseller wie „Harry Potter“ und die „Tinten“-Trilogie von Cornelia Funke. In Peter und Paula sei Fantasy-Literatur ein Schwerpunkt, so Schultz. Bücher wie „Eragon“ von Christopher Paolini oder „Otherland“ von Ted Williams seien sehr beliebt. „An ,Magyk’ gefällt mir besonders, dass es nicht so brutal wie beispielsweise Harry Potter und so auch für jüngere Leser geeignet ist“, sagt Schultz. „Außerdem ist der Humor sehr schön.“ Ein Beispiel: Die Hexe Marcia befiehlt ihrem Spiegel, sie um 8,3 Prozent dünner zu machen. Der Spiegel, der eine „ängstliche Natur“ ist, verrechnet sich prompt, verschlankt Marcia um 83 Prozent zu einer „lila Gespensterheuschrecke“ und ärgert sich, dass die Zauberin ihm immer so gemeine Zahlen zum Prozentrechnen gibt.
Aber was macht eigentlich den besonderen Reiz an Fantasy-Bücher aus? „Es ist faszinierend, in ganz andere Welten abzutauchen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt“, meint Schultz. „Die Fantasy-Bewegung ist aber eine ganz andere als die Science-Fiction-Bewegung in den 70er und 80er Jahren“, betont er. Während es damals vor allem um den Weltraum und die Raumfahrt gegangen sei, stünden beim Fantasy andere Welten und Magie im Vordergrund. Die von Julia Flohr und Stephanie Dicken organisierte Lesung war durch verteilte Rollen abwechslungsreich und lebendig. Schade, dass nur zehn Zuhörer gekommen waren.
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