Ratingen: Adieu, Frau Unger
zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Ratingen (RP). Sie hinterlässt zweifellos riesige Fußstapfen und wird nicht nur ihren Kollegen und Schülern fehlen. Gestern wurde Gerlinde Unger nach 43 Dienstjahren als Lehrerin und Schulleiterin in den Ruhestand verabschiedet. Gerne gehen lässt sie wohl niemand, schließlich hat sie in den vergangenen 19 Jahren die Elsa-Brandström-Schule wesentlich geprägt und immer für ihre Schule und vor allem ihre Schüler gekämpft. Schuldezernent Rolf Steuwe (CDU) formulierte es treffend: "Man weiß nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll.
" In der vollen Schulaula nahmen zahlreiche Vertreter aus Verwaltung und Politik, aber auch Schulleiter aus dem ganzen Stadtgebiet, Kollegen und Schüler gestern Abschied von ihrer Schulleiterin. Darunter auch die stellvertretenden Bürgermeister Anne Korzonnek (SPD) und David Lüngen (CDU), Politiker wie Margarete Paprotta (CDU), Susanne Stocks (Grüne), Hannelore Hanning (FDP) und Stefan Willmann (BU). Die Schüler hatten sich zu diesem Anlass natürlich ein ganz besonderes Programm ausgedacht.
So sang der Schulchor das Lied "Niemals geht man so ganz", die Klasse 6b zeigte ihre Akrobatikkünste, und Schulsprecher Kjell Brutscheidt verabschiedete sich im Namen der Schüler von Gerline Unger. Immer schwang dabei die Wehmut mit, auch wenn alle der 63-Jährigen ihren Ruhestand von Herzen gönnen. Schließlich hat sie nun nicht nur Zeit für ihre fünf Enkel, auch der Garten, ihre Reisen ans Meer und der Golfplatz warten auf sie. Denn dafür hatte Gerlinde Unger bisher gar keine Zeit.
"Wissen Sie überhaupt, wie das mit dem Ruhestand geht?", fragte dann auch Schulamtsdirektor Wolfgang Lindemann in seiner Rede. Genau wie er verwies auch Rolf Steuwe auf die lange Karriere Ungers, die 1969 begann. Im Schuldienst erlebte sie nicht nur gesellschaftliche Umbrüche und technische Neuerungen, sondern auch die endlose Debatte über die Zukunft der Hauptschule. Entscheidend mitgeprägt hat sie den Übergang der Brandström-Schule in den gebundenen Ganztag, die Modernisierung des Gebäudes, aber auch die Kooperation mit der bergischen Diakonie Abrath und die Zusammenarbeit mit Ratinger Firmen zur Berufsorientierung der Schüler.
"Frau Unger ist die Brandström-Schule, die Brandström-Schule ist Frau Unger" – sagte Rolf Steuwe. Jetzt sind also die übrigen Lehrer der Schule gefragt, die kommissarische Leitung wird die bisherige Stellvertreterin Silke Preuß übernehmen.
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