Ratingen: Ärzte im Einsatz für die Ärmsten
zuletzt aktualisiert: 06.06.2009Düsseldorf (RPO). Niederberg (RP) Anfang Juni jährte sich zum fünften Mal der tödliche Anschlag auf ein Team der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" in Afghanistan. Damals kamen fünf Menschen ums Leben, die spätere Folge war der komplette Rückzug aus dem Krisenland.
Dass auch humanitäre Hilfe in Krisenregionen nicht mehr immer gerne gesehen ist, müssen auch andere Organisationen erkennen und reagieren entsprechend. Eigentlich hätte Dr. Christian Löhlein, Chefarzt des Institutes für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin sowie Ärztlicher Direktor am Klinikum Niederberg, in diesen Tagen auf Madagaskar sein sollen, um mit der Organisation "Interplast" vor Ort medizinische Hilfe zu leisten. Doch die politischen Unruhen sorgten dafür, dass die Reise bereits vor einigen Wochen abgesagt werden musste. Dafür waren Löhlein und Anästhesieschwester Gordana Kaposi bereits im März mit einem Team auf den Philippinen aktiv. Seit 16 Jahren engagiert Löhlein sich ehrenamtlich im Auslandseinsatz für die Organisation "Interplast Germany". Beim aktuellen Einsatz konnten 92 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfolgreich operiert werden. Die meisten behandelten Patienten leiden unter Gesichtsfehlbildungen, Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, Handfehlbildungen, schweren Verbrennungsnarben, Tumoren der Haut und des Kopfes, Defekten durch Unfälle oder Kriegsfolgen und sonstigen Erkrankungen, die in das Fachgebiet der Plastischen Chirurgie fallen. In vielen Ländern existiert kein Gesundheitssystem und den Familien fehlt schlichtweg das Geld für die Operation. Ziel ist es, die Patienten in die Lage zu versetzen, ein sozial integrierter Teil ihrer Gesellschaft zu werden. Unbehandelte Verbrennungsnarben können zu Entstellungen oder erheblichen Funktionseinbußen besonders der Arme und Beine führen. Die Operationsteams fahren in ihrem Urlaub auf Einladung eines Krankenhauses oder eines Amtes für rund zwei Wochen in das jeweilige Gastgeberland. Sowohl die Ärzte als auch die Pflegekräfte vor Ort werden soweit möglich in die Arbeit eingebunden und angelernt. Im Idealfall können die gastgebenden Kollegen nach der Abreise der Teams die Arbeit vor Ort selbstständig weiterführen.
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