Ratingen: Aliens sind am Ende
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 26.10.2006Düsseldorf (RPO). Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein hat ermittelt:
Bis zum Saisonende benötigen die Ice Aliens noch 337 000 Euro – zu viel, um überleben zu können.Die ausgesuchte Lokalität war bezeichnend: Haus Kronenthal – dieses Restaurant wird oft nach Beerdigungen auf dem benachbarten Waldfriedhof aufgesucht. Vorstand und Verwaltungsrat der Ice Aliens hatten es gewählt, um der Öffentlichkeit unangenehme Zahlen und Konsequenzen zu präsentieren. Demnach hat die vom Verwaltungsrat Erhard Schäfer beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein einen Fehlbetrag zum Saisonende von 337 000 Euro ermittelt. Dabei haben die Prüfer die kalkulierte Zuschauerzahl von 1200 zugrunde gelegt. Das heißt: Dieser satte sechsstellige Betrag müsste aus Sponsorenzahlungen oder einem Zuschauerplus aufgebracht werden. „Es ist unrealistisch, diese Lücke zu schließen“, stellte Erhard Schäfer nüchtern fest.
Da die Ice Aliens derzeit zahlungsunfähig und überschuldet sind, hat Geschäftsführer Udo Tursas bereits gestern versucht, beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Dies misslang, weil Unterlagen fehlten. Heute wird der zweite Anlauf unternommen.
Das Loch Der für diese Saison veranschlagte Etat beträgt 543 000 Euro. Die Summe sollte von den Zuschauern (231 000 Euro) und den Sponsoren (312 000 Euro) aufgebracht werden. Allerdings seien rund 100 000 Euro schon benötigt worden – wahrscheinlich um ein Defizit der vergangenen Saison auszugleichen, so die Vermutung des Verwaltungsrates, dem neben Erhard Schäfer noch Susanne Stocks und Peter Lerschmacher angehören. Der Jahresabschluss der GmbH war nämlich mit einem Minus von nur 2200 Euro veröffentlicht worden.
Der Schuldige Schlimmste Vorwürfe wurden gegen Andreas Teusch erhoben. Zwei Jahre lang hatte er an der Spitze des Vereins gestanden, ehe er im Sommer seinen Rücktritt zum 30. August angekündigt hatte. Zudem habe er die Fäden der GmbH, der Marketing-AG und der Limited in den Händen gehalten, jedoch die Verantwortung in andere Hände gelegt. Er habe ein Konstrukt errichtet, das schwer zu durchschauen sei. „Wir sind auf das Arglistigste getäuscht worden“, sagte Erhard Schäfer. „Das Vertrauensverhältnis ist erledigt. Wir sind so hinters Licht geführt worden.“ Vize Gerd Pfankuchen sagte nur: „Ich bin tief enttäuscht.“
Die Folgen Findet sich in den nächsten Tagen niemand, der die Verantwortung übernimmt, wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Dann stehen die Aliens automatisch als Absteiger fest. Ob die Saison unter diesen Voraussetzungen zu Ende gespielt wird, ist äußerst fraglich. Die Entscheidung trifft der Insolvenzverwalter. Die Spieler erhalten drei Monate lang Geld vom Arbeitsamt. KOMMENTAR
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