Ratingen: "Alle Projekte sind gesichert"
zuletzt aktualisiert: 01.03.2010Düsseldorf (RPO). MonTags-Interview mit Schuldezernent Rolf Steuwe, der betont, dass der Bau des Pädagogischen Zentrums (PZ) am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in West Priorität hat.
In vielen Schulen besteht massiver Sanierungsbedarf, der sich über Jahre angestaut hat. Hat die Verwaltung zu spät auf diese Entwicklung reagiert?
Steuwe Sicherlich wären frühere und umfänglichere Sanierungen wünschenswert gewesen, es gab da unstreitig einen hohen Nachholbedarf. Mit der verbesserten Finanzlage der Stadt haben Rat und Verwaltung beim Bau und bei der Sanierung der Schulen einen deutlichen Schwerpunkt gesetzt. Für den offenen Ganztag an den Grundschulen wurden 9,1 Millionen Euro investiert, im Masterplan Schulen wurden bis 2009 17,8 Millionen Euro für Sanierungen eingesetzt. Und im Rahmen des Konjunkturpakets II verbauen wir noch einmal 6,26 Millionen Euro für energetische Sanierungen wie Fassaden- und Dachdämmungen und Fenster. Auch wenn wir noch einige Aufgaben vor uns haben: Wir in Ratingen sind bei den Schulen inzwischen gut aufgestellt. Das bestätigen uns auch die Qualitätsprüfer der Schulaufsicht, wenn sie unsere Schulen begutachten.
Die Martin-Luther-King-Gesamtschule steht vielleicht ein Jahr ohne Sporthalle da. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wartet man auf den Bau des Pädagogischen Zentrums. Wie wollen Sie diese Projekte stemmen?
Steuwe Die Sporthalle in West wird neu gebaut, weil eine Sanierung nicht wirtschaftlich wäre. Wir planen den Neubau für 2011 und wollen mit dem Abriss so früh wie möglich beginnen; dabei stehen wir in engem Kontakt mit der Schulleitung. Da der Sportunterricht während der etwa einjährigen Bauzeit weitergehen muss, müssen die Schulen etwas zusammenrücken, wie wir das bei solchen Sanierungsmaßnahmen immer tun. Wir werden zusammen mit den Schulleitungen in West dazu eine Planung aufstellen. Das Pädagogische Zentrum für die Dietrich-Bonhoeffer-Schule ist ein Muss für den Ganztagsbetrieb, das sieht auch die Verwaltung so. Die Politik räumt dem Vorhaben absolute Priorität ein und möchte das Bauvorhaben bereits im Jahr 2011 verwirklichen. Das Hochbauamt muss derzeit Baumaßnahmen im Schulbereich abwickeln, die vom Land und vom Bund gefördert werden, hier sind Fertigstellungsfristen zu beachten. Ich bin mir aber mit meinem Kollegen Dr. Netzel einig, den Bau des Pädagogischen Zentrums unmittelbar danach und so früh wie möglich anzugehen, um dem Wunsch der Schulgemeinde und der Politik Rechnung zu tragen.
Angesichts der kritischen Haushaltslage stellt sich die Frage: Müssen Sie sich von Neubau- oder Sanierungsprojekten im Schulbereich verabschieden?
Steuwe Bisher überhaupt nicht, alle Projekte sind finanziell gesichert. Mit Hilfe des Landes bauen wir derzeit Caféterien und Aufenthaltsräume an den weiterführenden Schulen, weil mehr Unterricht am Nachmittag stattfindet. An der Friedrich-Ebert-Schule entsteht der Neubau einer Mensa. Für die Gesamtschule ist ein Erweiterungsbau vorgesehen. Die Karl-Arnold-Schule benötigt einen Anbau, auch, weil im benachbarten Felderhof neuer Wohnraum entsteht. Und wir werden in Kürze die Fortschreibung des "Masterplans Schulen" vorstellen, um die noch notwendigen Sanierungen voranzutreiben. Die Beispiele belegen: Rat und Verwaltung nehmen ihre Verantwortung für die Schulen sehr ernst.
Welches Schulprojekt hat aus Ihrer Sicht zurzeit die höchste Priorität?
Steuwe Eigentlich jedes Bauvorhaben, weil es die Situation an der jeweiligen Schule deutlich verbessert. Im Vordergrund müssen derzeit solche Projekte stehen, bei denen wir vom Bund oder vom Land gefördert werden. Daneben sind es die Maßnahmen, die auf den veränderten Schulalltag der Kinder bis hin zum Ganztag Rücksicht nehmen.
Norbert Kleeberg stellte die Fragen.
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