Ratingen: Alle vier Jahreszeiten erleben
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 03.04.2009Düsseldorf (RPO). Am Donnerstag wurde der Garten der Sinne im Park an der Wallstraße eröffnet. Pflanzen können dort mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Die Idee stammt vom Ratinger Blinden- und Sehbehindertenverein. Grünflächenamt und Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg halfen mit.
Natur mit allen Sinnen erleben, den Duft der unterschiedlichsten Blumen und Kräuter riechen, die Form und Struktur der Pflanzen ertasten – diese Gelegenheit haben die Ratinger jetzt im kleinen Park an der Wallstraße. Dort wurde gestern vor rund 100 Gästen, darunter Vertreter von Parteien, Sponsoren und Vereinen, der Garten der Sinne feierlich eingeweiht. Marion Höltermann, Vorsitzende des Ratinger Blinden- und Sehbehindertenvereins, Bürgermeister Harald Birkenkamp als Schirmherr und die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow freuten sich mit den Gästen, dass der Garten der Sinne mit seinen vier Beeten nun endlich fertig ist.
Garten der Sinne
Die Idee zu dem Projekt stammt aus dem Jahr 2007, als der Blinden- und Sehbehindertenverein Ratingen vorschlug, auch in Ratingen einen Garten der Sinne anzulegen.
Die Anlage kostet 10 000 Euro und wurde durch Spenden finanziert, die Sparkasse HRV gab 5000 Euro dazu.
Im Dezember 2008 begannen die Arbeiten durch den Baubetriebshof und das Grünflächenamt.
Lavendel, Zitronenmelisse, Thymian, Nelken und Glockenblumen – vom Sommer ist im Garten der Sinne noch nicht viel zu sehen. "Der Sommer steckt zum größten Teil noch in der Erde", schmunzelt Amtsleiter Manfred Fiene, der mit seinem Grünflächenamt den Garten der Sinne angelegt hat. Nebenan im Frühlingsbeet blüht es dagegen inmitten von frischem Grün schon in kräftigem Lila. Und auch dahinter im Winterbeet geben die Pflanzen noch einmal alles. Nur der Herbst hält sich noch völlig versteckt. "Der Herbst hat ja auch noch viel Zeit", so Fiene.
"Es ist schön, dass wir jetzt im Herzen der Stadt den Frühling mit allen Sinnen erleben können", freute sich Marion Höltermann. Sie hatte 2007 mit ihrem Verein die Idee, einen solchen Garten der Sinne für Blinde, Sehbehinderte und Sehende anzulegen und Pflanzen so zu präsentieren, dass sie mit allen Sinnen erfahren werden können. Im Dezember hat dann der städtische Baubetriebshof mit den Arbeiten begonnen.
Unterstützt wurde die Stadt dabei von Schülern des Cüppers-Berufskollegs, die unter anderem die Stahlkonstruktion an den vier Beeten installierten. Dabei ist der Garten der Sinne nicht das erste Projekt, bei dem Berufskolleg und Stadt zusammenarbeiten.
Auch im Poensgenpark konnten die Schüler schon ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Gestern nahmen die Schüler ihr fertiges Werk dann zum ersten Mal in Augenschein.
Neben den vier Beeten steht eine Säule, auf der erklärt wird, was es mit dem Garten der Sinne auf sich hat – natürlich auch in Blindenschrift. Doch nicht nur Augen, Nase und Tastsinn sind im Garten der Sinne gefordert. Ein Summstein des Künstlers Ulf Lebahn lädt die Besucher ein, ihr Gehör und ihre Wahrnehmung zu prüfen.
"Barrieren abbauen und besser miteinander leben", lautet das Ziel von Angelika Gemkow. In Ratingen gebe es rund 6500 Behinderte, viele davon sehbehindert. Mit dem Garten der Sinne sei ein weiterer Schritt getan, diesen Menschen zu ermöglichen, ihre Stadt zu erfahren.
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