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Ratingen: Alles über Arthrose

VON MARTINA GÖRZ - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010

Düsseldorf (RPO). In der Stadthalle informierten drei Orthopäden über Gelenkkrankheiten. Hauptursache: Übergewicht, Bewegungsmangel. Immer mehr junge Menschen leiden unter Arthrose – nach Unfällen oder Sportverletzungen.

Das Knie wird aufgemacht – im Hintergrund der Navigationscomputer. Foto: RPO
Das Knie wird aufgemacht – im Hintergrund der Navigationscomputer. Foto: RPO

Gelenkerkrankungen werden immer häufiger: Die Überalterung der Gesellschaft, Bewegungsmangel und Übergewicht sind Faktoren, die dazu beitragen. Am Mittwoch referierten die Orthopäden Dr. Roland Strich, Dr. Jörg Beerkotte und Dr. Katrin Arlt in der Stadthalle über die Volkskrankheit Arthrose.

Interessierte und Betroffene erfuhren viel über Therapie und Ursachen von Arthrose, über künstliche Gelenke (Endoprothesen), orthopädietechnische Hilfsmittel und Behandlungsmethoden. Wie hoch der Informationsbedarf zu diesem Thema ist, zeigte die hohe Besucherzahl – der Saal war voll.

In Deutschland werden jährlich 160 000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Eric Froemer war Gast bei der Veranstaltung. Der erst 45-jährige Patient war jahrelang Leistungssportler und hat seit einem Jahr ein künstliches Hüftgelenk. "Die Informationsveranstaltung habe ich genutzt, um mich über Präventionsmaßnahmen zu informieren. Mein zweites Hüftgelenk schmerzt auch schon und ich denke, dass ich eines Tages ein weiteres künstliches Gelenk benötige."

Seit er die Hüftgelenkprothese hat, geht es ihm besser. "Ich konnte mich vor Schmerzen kaum noch bewegen. Jetzt ist Sport endlich wieder möglich. Meine Lebensqualität hat sich mit der neuen Hüfte deutlich verbessert."

Immer mehr Menschen leiden unter Arthrose, einem Gelenkverschleiß, der mit einem Knorpelschaden einhergeht. Arthrose gilt eigentlich als Alterserscheinung. Dr. Roland Strich erläuterte: "Jeder bekommt eine Arthrose, er muss sie nur erleben."

Heutzutage seien immer mehr junge Menschen betroffen, zum Beispiel Personen, deren Gelenke durch Sportunfälle oder Verletzungen im Straßenverkehr beeinträchtigt wurden. Häufig sind die Knie- und die Hüftgelenke betroffen. Die weltweit häufigste Gelenkerkrankung wird durch Bewegungsmangel, Übergewicht, eine schlecht ausgebildete Muskulatur oder Fehlbelastungen begünstigt. Befindet sich die Arthrose im Anfangsstadium, helfen schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente.

Schmerzlinderung durch Spritzen

Es gibt auch die Möglichkeit, bei einer leichten bis mittelschweren Arthrose Hyaluronsäure, ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit, zu spritzen. Dieses Verfahren schafft Schmerzlinderung, da die Gleitfähigkeit des Knorpels wieder erhöht wird. Auch physikalische und physiotherapeutische Maßnahmen tragen zur Schmerzlinderung bei.

Werden die Schmerzen unerträglich, weil der Verschleiß zu weit fortgeschritten ist, wird ein künstliches Gelenk eingesetzt. "Die Erhaltung der Mobilität ist unser wichtigstes Ziel. Denn Beweglichkeit steigert die Lebensqualität", erklärte Strich.

Dr. Jörg Beerkotte und Dr. Katrin Arlt haben ihre orthopädische Praxis in Düsseldorf, operieren aber im Ratinger Krankenhaus. Sie zeigten den Gästen die verschiedenen Möglichkeiten an Gelenkprothesen. "Erst wollen die meisten nicht, wenn sie hören, dass sie eine Prothese bekommen sollen", so Arlt. "Doch irgendwann sind die Schmerzen so groß, dass die Patienten von alleine wiederkommen."

Sascha Schrey (Diplom-Sportwissenschaftler) und Grazyna Monka-Schwiegel (Physiotherapeutin) klärten über Behandlungsmethoden vor und nach einer Operation auf. Volker Höfges vom Sanitätshaus Höfges & Koch berichtete über orthopädietechnische Hilfsmittel. Für die Patienten war der Abend informativ.

"Ich weiß jetzt, welche Sportarten für mich geeignet sind, um mein zweites Hüftgelenk nicht zu sehr zu beeinträchtigen", so Eric Froemer. "Auf Start-Stopp-Sportarten, wie zum Beispiel Tennis, werde ich in Zukunft verzichten. Ich gehe dann lieber schwimmen oder Rad fahren. Das ist gelenkschonender."

Quelle: RP

 
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