Ratingen: Ausweg: Miet-Container
VON PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Ratingen (RP). Grundschule Isenbügel: Die Sanierung eines feucht-schimmligen Klassenraums im Souterrain könnte nach Expertenschätzung 150 000 Euro teuer werden. Nachdenken im Verwaltungsausschuss über Alternativen.
Isenbügel "In der Grundschule Isenbügel ist kein Kind durch Schimmelsporen in irgendeiner Art gefährdet." Diese klare Ansage hörten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses zum Stand der Dinge an der Adolf-Clarenbach-Grundschule vom Chef des Immobilienservices, Volker Hoven und vom Beigeordneten Harald Flügge. Aber damit ist das Thema "Schimmel im Souterrain-Klassenraum" (RP berichtete) längst nicht aus der Welt.
Die Vorgeschichte: Auf eher kuriose Weise kam die Kunde von Muff und Schimmel in der Verwaltung an. Ausschuss-Mitglied Christian Wolkers (SPD) schilderte sie – unter Vorbehalt – so: Es habe im Herbst vergangenen Jahres einen Einbruch in der Schule gegeben. Eine ermittelnde Polizistin habe einen Asthmaanfall erlitten. Daraufhin seien die Räume baubiologisch untersucht worden. Die Folge: Der Klassenraum wird nicht mehr genutzt. "Damit ist auch jede potenzielle Gefährdung der Schüler aus der Welt", so Hoven. Es hätten sich definitiv keine Schimmelsporen im Gebäude ausgebreitet, das sei nachgewiesen.
Haushalt
Zeitplan: Kämmerer Michael Beck wird den Haushalt für 2012/2013 am Mittwoch, 15. Februar, in den Rat einbringen. Beratungen der Fraktionen schließen sich an. In den Hauptausschuss kommt das Zahlenwerk am 24. und 25. April. Am 9. Mai soll der Haushalt verabschiedet werden.
Sondersitzung: Der Verwaltungsausschuss plant einen Termin zum Thema "Immobilien".
Die Analyse des Feuchtigkeitsschadens brachte böse Überraschungen mit sich. Der Bau ist nach Flügges Worten auf dem Standard der Fünfziger Jahre. Der Betonboden sei ohne Drainage und inzwischen längst übliche Schutzschichten gebaut worden. Nach Jahrzehnten kann sich das Gemäuer praktisch vollsaugen wie ein Schwamm. Den Raum zu sanieren – ohne Garantie auf Nachhaltigkeit – würde etwa 150 000 Euro verschlingen. "Es ist fraglich, ob es Sinn macht, für dieses Geld einen Raum herzurichten, der heutzutage garantiert nicht mehr als Klassenraum infrage käme", so Flügge.
Die Suche nach Alternativen führte zu zwei Ergebnissen. Das erste: eine Übergangslösung. Für die aus allen nähten platzende Kita wird ein Container angemietet (RP berichtete). Der kann bis zum Beginn des kommenden Schuljahrs von der Grundschule genutzt werden. Das zweite: Es wird in der kommenden Woche einen Ortstermin in der Schule geben mit dem Ziel, Möglichkeiten für einen preiswerten Anbau zu erkunden.
Auch in anderer Hinsicht war der teure Schimmelschaden in Isenbügel ein Schlag ins Kontor. So lag dem Ausschuss die Prioritätenliste des Immobilienservices für die kommenden beiden Jahre vor. Es war allerdings mehr als eine Auflistung der größten und vordringlichsten Aufgaben (RP berichtete). Vielmehr ein Strategiepapier, das eines deutlich machen wollte: Auf lange Sicht kann sich die Stadt den Erhalt eigenen Immobilien nicht mehr leisten.
Sowohl die sechsseitige Prioritätenliste wie das eher düstere Gesamtbild brachten den Ausschuss dazu, in die Zeit der nahenden Haushaltsberatungen eine Sondersitzung einzuklinken, die sich ausschließlich der Zukunft der städtischen Immobilien widmen soll.
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