Ratingen: Basteln für kranke Kinder
VON JASMIN MAXWELL - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Düsseldorf (RPO). Agatha Gesing hat monatelang für den alternativen Weihnachtsmarkt von St. Peter und Paul gewerkelt. An diesem Wochenende verkauft sie die Sachen zugunsten krebskranker Kinder.
Kinderkrebsklinik
Die Elterninitiative Kinderkrebsklinik wurde 1979 gegründet. Sechs Kinderkrankenschwestern und drei Kinderärzte mit Spezialausbildung stehen jungen Patienten und ihren Familien zur Seite.
Der Weihnachtsmarkt von St. Peter und Paul ist nur noch an diesem Wochenende, 13. und 14. Dezember, geöffnet. Unter anderem ist der Krippenschnitzer Siegfried Emde dabei.
Seit einem halben Jahr schon bastelt Agatha Gesing unermüdlich. Sterne, bunte Papierwürfel und Weihnachtskarten hat sie zum Beispiel hergestellt. „Basteln könnte ich eigentlich den ganzen Tag“, sagt die kreative Rentnerin. Aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb sie seit dem Sommer fast jeden Tag schneidet, faltet und klebt: Beim Weihnachtsmarkt von St. Peter und Paul am dritten Adventswochenende wird sie ihre Basteleien zu einem guten Zweck verkaufen. Der Erlös geht an die Elterninitiative Kinderkrebsklinik der Uniklinik Düsseldorf. Gesings Engagement kommt nicht von ungefähr. Vor sieben Jahren erkrankte sie selbst an Krebs, musste innerhalb von neun Monaten drei Operationen über sich ergehen lassen. „Aus Dankbarkeit über meine Genesung möchte ich denen helfen, die die Krankheit noch nicht überstanden haben“, sagt sie.
Dabei liegen ihr besonders die Kinder, um die sich die Elterninitiative kümmert, am Herzen. „Es ist schlimm, dass schon so junge Menschen mit der Krebskrankheit belastet sind“, sagt Gesing. Und deswegen wolle sie helfen.
Angefangen hat sie damit vor zwei Jahren. Auf dem Ratinger Weihnachtsmarkt, der damals vor dem Rathausvorplatz stattfand, bot sie ihr Selbstgebasteltes an. Allerdings machte ihr das Wetter einen Strich durch die Rechnung: An dem Tag, an dem sie einen Stand besetzt hatte, habe es stark geregnet und sogar gestürmt, und man habe früher schließen müssen. In diesem Jahr hofft Gesing auf Erfolg vor der Kirche St. Peter und Paul.
Viele der Basteleien, die sie anbietet, sind nach der Origami-Technik hergestellt. Diese asiatische Papierfaltkunst hat Gesing erst im September gelernt – was man den bunten Sternen, Papierwürfeln und -kränzen allerdings nicht ansieht. Das Besondere an den aufwändigen Arbeiten: „Schere und Klebstoff benutzt man dabei nicht – alles ist gefaltet und zusammengesteckt, aber trotzdem stabil.“ Bei gutem Wetter will Gesing beim Weihnachtsmarkt auch gemeinsam mit den Besuchern basteln. Daneben gibt es an ihrem Stand selbstgemachte Geschenktüten, Töpfer- und Drechselarbeiten. Letztere stammen von Gesings Mann Joseph. „Er ist meine große Hilfe“, so Gesing.
„Der Weihnachtsmarktstand soll erst der Anfang sein“, sagt die Rentnerin. Sie will fleißig weiter basteln und ihre Arbeiten auch bei anderen Gelegenheiten verkaufen. Außerdem möchte sie die Kinderkrebsklinik bald selbst einmal besuchen. „Zunächst hoffe ich aber auf viel Besuch an meinem Stand.“
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