Ratingen: Baubeginn frühestens 2015
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009Düsseldorf (RPO). Rückschlag für den Stadtteil Lintorf: Die geplante Bahnunterführung Kalkumer Straße/Konrad-Adenauer-Platz wird sich weiter erheblich verzögern. Auf Antrag der CDU-Fraktion hatten Experten im Ausschuss berichtet.
Die schier unendliche Geschichte wird fortgeschrieben – sehr zum Leidwesen der Lintorfer Bürger und zahlreicher Pendler, die den Stadtteil tagtäglich befahren. Vertreter des Landesbetriebs "Straßen.NRW" und der Deutschen Bahn berichteten jetzt auf Antrag der CDU-Fraktion über die Zeitschiene für das wichtigste Projekt der nächsten Jahrzehnte – so es denn kommen sollte. Es geht um die Bahnunterführung Kalkumer Straße/Konrad-Adenauer-Platz und damit um die Beseitigung langer Staus, die sich jeden Tag durch den Stadtteil quälen.
Ernüchterung machte sich breit, als im Ausschuss die Summen und Jahreszahlen an die Wand geworfen wurden. Die Planung des Bau-Projektes sei nicht das Problem, hieß es. Umfangreicher seien vielmehr die zahlreichen Abstimmungen bei der Bahn. So muss zum Beispiel die Oberleitung auf einer Länge von 1,5 Kilometern umgebaut werden. Neue Signaltechnik wäre erforderlich. Kosten allein für die neue Oberleitung: rund vier Millionen Euro. Für das gesamte Projekt wurden mehr als 20 Millionen Euro veranschlagt.
Kurzum: Wenn es alles optimal laufen sollte, dann könnte die Stadt von einem Baubeginn im Jahr 2015 ausgehen. Doch hinter dem Projekt stehen viele Fragezeichen. Zu den Grundlagen gehört die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung, die von mehreren Projekt-Partnern unterschrieben sein muss – unter anderem von der Bahn. Ewald Vielhaus, der CDU-Fraktionsvorsitzende, bezweifelte im RP-Gespräch, ob das Verkehrsunternehmen mit dem nötigen Druck an die Sache herangeht. Planungsdezernent Dr. Ulf-Roman Netzel erklärte, dass der Vorschlag der Stadt, eine Projektgruppe zu bilden, seitens der Bahn abgelehnt wurde.
Der Technische Beigeordnete betonte, dass es sich um ein äußerst kompliziertes Projekt handele. "Es wird im Grundwasser gebaut, und das macht die Sache recht schwierig, aber sie ist lösbar."
Ein Knackpunkt ist die so genannte Sperrpause, die in einem Vorlauf von drei Jahren angemeldet werden muss, also bei optimalem Verlauf im Jahr 2012. Hintergrund: Die Bahn muss den Verkehr auf dieser vielbefahrenen Achse umleiten – daran hängen viele Detailplanungen. Die Lösung dieser Probleme gehört zu den wichtigsten Bereichen des Projekts.
Für Vielhaus ist klar: "Wir müssen auf die Bahn weiter Druck ausüben. Lintorf braucht die Unterführung an der Kalkumer Straße/Konrad-Adenauer-Platz. Und wir werden nicht locker lassen."
Unterdessen nimmt der Brückenbau an der Tiefenbroicher Straße konkrete Formen an. Das Projekt geht zügig voran. Der Bahnübergang an der Tiefenbroicher Straße wird durch eine Brücke ersetzt. Das Bauwerk wird rund 200 Meter neben dem vorhandenen Bahnübergang errichtet. Die Ausschreibung der Baumaßnahme läuft. Die Vergabe werde im Sommer erfolgen, so das Tiefbauamt. Der Baubeginn ist für den Monat September geplant.
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