Ratingen: „Blüten“ kann man fühlen
VON STEFAN GÖRZ - zuletzt aktualisiert: 26.11.2008Düsseldorf (RPO). Wie man Falschgeld erkennt: Gespräch mit dem Leiter des Ratinger Kriminalkommissariats Hardo Müller. Wer „Blüten“ im Portemonnaie findet, hat Pech gehabt.
Die gute Nachricht vorab: In Ratingen taucht nur vereinzelt Falschgeld auf. „Und dann handelt es sich ganz selten um professionell erstelltes Falschgeld, welches nicht so leicht als solches zu erkennen ist, sondern meist um einfach erstellte Kopierscheine“, so Hardo Müller, Leiter der Ratinger Kriminalkommissariats. So liegen die Ratinger Verhältnisse im Bundesdurchschnitt.
Nach Angaben der Deutschen Bundesbank ging die Zahl der registrierten Falschgeldnoten („Blüten“) im ersten Halbjahr 2008 um drei Prozent gegenüber gleichem Vorjahreszeitraum zurück. Damit kommen fünf Fälschungen auf 10 000 Einwohner, was weit unter dem Durchschnitt des Euroraumes ist. Welche Scheine werden am meisten gefälscht? „Auf den 50-Euro-Schein entfallen 31 Prozent der Fälschungen, gefolgt mit 28 Prozent vom 100-Euro-Schein sowie 21 Prozent beim 200-Euro-Schein“, so Müller. Das bedeutet, dass der Schaden groß sein kann, sofern jemandem ein Falschgeldschein „untergejubelt“ wird.
Fühlen und genau gucken
Was kann man dagegen tun und wie erkennt man einen gefälschten Geldschein? „Bei der Prüfung der Geldscheine benötigen Sie keine Hilfsmittel. Ein erster Verdacht sollte entstehen, wenn sich das Geld anders als sonst anfühlt. Denn die Euro-Banknoten bestehen aus reiner Baumwolle und sind deshalb griffig und fest. Halten Sie außerdem die Banknote gegen das Licht. Am linken oberen Rand sind bei allen Noten unvollständige Zeichen. Diese vervollständigen sich dann zur Wertzahl der jeweiligen Note. Außerdem wird ein dunkler Streifen mit dem Wort ,Euro’ sichtbar“, so der Leiter des Ratinger Polizeikommissariats. „Daneben gibt es dann noch die Prüfmöglichkeit, den Schein zu kippen. Je nach Stellung verändert sich das Bild auf dem Hologramm des Scheins“.
Und wie muss man sich verhalten, wenn man merkt, dass man einen falschen Schein im Portemonnaie hat? „Wenn der Bürger feststellt, dass der Geldschein eine Fälschung ist, besteht die Verpflichtung, diesen zur Polizei zu bringen. Von der Polizeidienststelle vor Ort geht dieser dann an das jeweilige Landeskriminalamt, wo er geprüft und klassifiziert wird. Hierüber können die Spezialisten gegebenenfalls feststellen, ob gleiche gefälschte Scheine weltweit bereits aufgetreten sind“, so Hardo Müller. „Unglücklich ist der ganze Vorgang für denjenigen, der den Falschgeldschein bekommen hat. Denn zuerst einmal hat er einen finanziellen Verlust, da er den Gegenwert des Scheines nicht ersetzt bekommt, und zum Anderen wird gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.“
Aber im gleichen Satz kann Müller jeden beruhigen. Das Ermittlungsverfahren werde natürlich kurzfristig eingestellt, sofern sich nicht herausstelle, dass man den Schein tatsächlich selbst gefälscht habe. Ist man unsicher, ob ein Geldschein echt oder falsch ist, sollte der Besitzer zu seiner Bank gehen und diesen prüfen lassen. Denn auch die Weitergabe von gefälschtem Geld ist strafbar. Ein solches Verfahren wird dann nicht wohl eingestellt.
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