Heiligenhaus: „In der Bringschuld“
VON STEFAN MÜLDERS UND PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 15.12.2006Düsseldorf (RPO). Geschäftsführung und Insolvenzverwalter sind dabei, nach der Bilanz-Insolvenz einen Maßnahmen-Katalog für das Klinikum Niederberg zusammenzustellen.
Klinik in Zahlen
Mit der Bilanz-Insolvenz des Klinikums wird in mehrfacher Hinsicht Neuland betreten.
Eigentümer des 530-Betten-Hauses mit einer Bilanzsumme von über 50 Millionen Euro sind die Städte Heiligenhaus und Velbert über einen Zweckverband.
Die Klinik läuft als gemeinnützige GmbH.
Das Haus an der Robert-Koch-Straße in Velbert hat rund 900 Mitarbeiter.
Rein geschäftsmäßig verläuft die Insolvenzverwaltung am Klinikum Niederberg. Die Geschäftsleitung ist weiter für das operative Geschäft zuständig, muss aber alle grundsätzlichen Maßnahmen mit dem „schwachen“ Insolvenzverwalter abstimmen. „Wir sind hier in der Bringschuld, weil wir weiter im Amt sind“, erläutert Michael Beck, nebenamtlicher GEschäftsführer, die Situation. „Derzeit arbeiten wir fieberhaft daran, möglichst schnell geeigneten Maßnahmen-Vorschläge zu unterbreiten.“
Erst am vergangenen Wochenende hat erneut ein Workshop unter Beteiligung aller Geschäftsführer und einiger leitender Mitarbeiter stattgefunden, in dem entsprechende Schritte diskutiert und erarbeitet wurden. Diese werden nun der Insolvenzverwaltung vorgelegt, die dann diese geplanten Maßnahmen bewertet. Konkreteres könne dazu zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht gesagt werden. Manfred Schulte, Mitarbeiter der mit der Insolvenzverwaltung beauftragten Kanzlei Runkel, Schneider, Weber, hat ein gutes Gefühl bei der momentanen Entwicklung. „Es läuft hier so, wie man sich das eigentlich immer wünschen würde. Da die Geschäftsleitung die Dinge vorbereitet und wir sie nur noch absegnen müssen, können wir uns um das Wesentliche kümmern. Das ist neben der Sicherstellung der Gehälterzahlungen vor allem die Analyse der Insolvenzgründe.“
Bisher mussten von seiner Seite nur Entscheidungen zur Aufrechterhaltung des Betriebes getroffen werden. Dazu gehörten die Fortsetzung der Arbeiten im Eingangsbereich, die Sicherstellung weiterer notwendiger Reparaturarbeiten und nicht zuletzt auch die Anbringung des Weihnachtsschmuckes, was für ein Krankenhaus nicht unwesentlich sei.
Nach seiner Empfindung gibt es auch unter den Mitarbeitern des Klinikums derzeit keine Unruhe. Dazu trage auch die erklärte Zielsetzung bei, das Haus als Ganzes zu sanieren und nicht Teile zu veräußern. Etwa Ende Januar soll der Sanierungsplan in Gänze verabschiedet sein und den Beteiligten vorgestellt werden. Unterdessen wächst der Internet-Auftritt des Klinikums wieder – nach einer Phase, in der das Haus im Internet „nicht mehr aktiv vertreten“ war, wie es auf der Homepage heißt. Jetzt arbeite man daran, den Auftritt Zug um Zug auszuweiten.
Unter der Rubrik „Aktuelles“ sind Mitteilungen der Geschäftsleitung zur Insolvenz nachzulesen. „Für Patienten des Hauses ändert sich selbstverständlich nichts“, heißt es unter anderem. Es gehe aber im Insolvenzverfahren um „akute Rettungsmaßnahmen“ für das seit über 30 Jahren etablierte Haus.
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