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Ratingen: „Männer sind schlagbar!“

VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 01.11.2008

Düsseldorf (RPO). Die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Milz zog auf Einladung der Frauen Union Ratingen im Freizeithaus West

mächtig vom Leder: Man müsse knüppelhart bleiben, um sich in der „Männerdomäne Politik“ durchzusetzen.

WEST „ Mit Frauen gewinnen! Ideen und Erfahrungen“ – zu diesem Thema hatte die Frauen Union jetzt ins Freizeithaus West eingeladen. Mit dabei waren neben Erika Zender (Vorsitzende der Frauen Union) und CDU-Bürgermeisterkandidat Stephan Santelmann auch die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Milz.

Frauen seien immer noch in der Minderheit, sei es in der Politik oder in den Führungsetagen der Unternehmen, bedauerte Andrea Milz. Sie ist seit 20 Jahren in der Politik, zuerst im Stadtrat von Königswinter, nun im Landtag. In dieser Zeit hat sie gelernt, sich durchzusetzen – vor allem gegen Männer. „Als ich vor 20 Jahren in den Rat wollte, hieß es in der Männerriege: Wieso, wir haben doch schon eine Frau“, erinnert sich Milz.

Frauen seien immer gerne gesehen, wenn es um Ämter wie Schriftführer gehe. Oder auf Empfängen die Häppchen zu reichen. Sie habe in Königswinter immer darauf bestanden, dass sie erst die Häppchen reicht, wenn auch der Vorsitzende der CDU ein Tablett in der Hand habe. „Man kann sich die Kerle auch erziehen“, erzählte Andrea Milz, sehr zur Freude der rund 25 zumeist weiblichen Gäste.

Wie sie so auf dem Podium sitzt, von Kopf bis Fuß lila gekleidet und mit auffälligem Schmuck, nimmt man ihr sofort ab, dass sie sich in der „Männerdomäne Politik“ durchsetzen konnte. „Man muss knüppelhart bleiben.“ So lange man brav im Hintergrund bleibe, so lange sei man auch gerne gesehen. „Aber wehe, sie wollen auf einmal einen Posten haben, auf dem bereits ein Mann sitzt, dann können sie was erleben“, meinte Milz. „Da tauchen auf einmal Gegenkandidaten zur Kampfabstimmung auf, die hat man vorher noch nie gesehen.“ Dabei hätten Frauen in der Politik und in der Gesellschaft gerade in den letzten 20 Jahren sehr viel bewegt. Ob Ganztagsschule oder Kinderbetreuung – Frauen seien viel näher an der Lebenswirklichkeit dran als Männer, und das sollten sie sich zunutze machen, forderte Milz.

Auch in Ratingen gebe es einigen Nachholbedarf, stellte Erika Zender fest. Während Bürger Union und SPD in ihren Fraktionen immerhin auf einen Frauenanteil von 31 Prozent kämen, bei der FDP die Quote bei 25 Prozent und bei den Grünen sogar bei stolzen 53 Prozent liege, würde die CDU mit gerade einmal 13 Prozent doch sehr mager abschneiden. „Das muss besser werden“, waren sich alle Anwesenden einig. Dem stimmte auch Stephan Santelmann zu, der als Sozialamtsleiter in Köln hauptsächlich von Frauen umgeben ist. „Aber ein Bürgermeister von Ratingen hat viele Möglichkeiten, die Situation für Frauen zu verbessern“, so Santelmann.

Quelle: RP

 
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