Ratingen: „Mieter brauchen Garantien“
zuletzt aktualisiert: 28.04.2008Düsseldorf (RPO). Montags-Interview mit Erhard Raßloff, Leiter des Amtes für Soziales, Wohnen und Integration, zum Verkauf der LEG-Wohnungen in Ratingen West. Es gebe zurzeit keine nennenswerten Leerstände im Stadtteil.
Können die Anwohner in West angesichts der Investor-Diskussion noch ruhig schlafen?
Raßloff Jeder Wechsel des Vermieters bringt eine gewisse Unruhe in das Wohnquartier, so auch in Ratingen West. Die Landesregierung hat mit dem Verkauf aber Garantien für die Mieter vom Käufer verlangt. Die müssen weiter eingefordert werden.
Wie wird ein künftiger Käufer das Leben im Stadtteil verändern?
Raßloff Der neue Eigentümer dieser 2500 Wohnungen in Ratingen ist gut beraten, das seit Jahren erfolgreich durch die LEG praktizierte Konzept kontinuierlich weiterzuverfolgen. Dann brauchen wir uns über Veränderungen keine großen Gedanken zu machen.
Was muss sich in West dringend tun?
Raßloff Die Sanierung der zwei weiteren „Scheiben“ und der sonstigen Wohnungen sollte wie geplant, also kurz- bis mittelfristig, realisiert werden. Und das Projekt „Integration und Prävention West“ muss gemeinsam voran getrieben werden. Dann sind wir wieder einen Schritt weiter bei der Qualitätsentwicklung in diesem Stadtteil.
Gibt es Pläne, wonach auch das „Wohnen im Alter“ im Stadtteil berücksichtigt wird?
Raßloff Natürlich gibt es Gespräche darüber mit der LEG. Die Kernthemen wurden jedoch solange zurück gestellt, bis die ersten Gespräche mit dem neuen Eigentümer geführt werden können. Wir übersehen nicht, dass es auch immer mehr Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund besonders in diesem Stadtteil gibt. In diesem Zusammenhang werden wir auch die Möglichkeiten zusätzlicher Angebote in unserem städtischen Seniorentreff prüfen.
Was hat die Stadt Ratingen in der Vergangenheit für den Stadtteil getan?
Raßloff Um die soziale Mischung zu erhalten und um wohnungs-wirtschaftlichen Problemen vorzubeugen, haben wir die rechtlich möglichen Instrumente offensiv genutzt. Wir haben bereits in den 90er Jahren auf die Vorlage einer Wohnberechtigungs-Bescheinigung für die drei „Scheiben“ verzichtet. Als zweite Stadt in NRW hatte Ratingen ab 1999 auf die Erhebung der Fehlbelegungsabgabe für den Stadtteil West ausgesetzt. Dies bedeutete eine große Entlastung für die „besserverdienenden“ Mieter. Wie vorausschauend diese Entscheidung war, zeigt die Tatsache, dass diese Abgabe ab dem 1. Januar 2006 in NRW ersatzlos für alle Sozialwohnungen gestrichen wurde. Auch zwischen dem Grünflächenamt und der LEG besteht ein reges, kooperatives Miteinander. Beispiele: die Gestaltung der Mietergärten, die Dachbegrünung der Einkaufszentren, die Außenanlagen der Durchgänge zu den Einkaufszentren und die Gestaltung des Berliner Platzes und der angrenzenden Flächen.
Kann man die Erfolge konkret benennen?
Raßloff Ein Indiz für den Erfolg ist sicherlich, dass es in West keine nennenswerten Leerstände gibt – sowohl bei den Wohnungen als auch in den Geschäften. Dies ist im Vergleich zu anderen Großquartieren dieser Bauart eher selten.
Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und LEG hat Maßstäbe gesetzt. Wird es auch mit einem privaten Investor eine Kooperation geben?
Raßloff Im Mittelpunkt steht für uns das Quartier Ratingen West mit seinen 18 000 Einwohnern. Um die errungenen Erfolge für den Stadtteil nicht zu gefährden, sondern ausbauen zu können, streben wir natürlich eine Kooperation mit dem neuen Eigentümer an. Wir hoffen, dass auch das LEG-Mieterbetreuungsteam in der jetzigen Zusammensetzung erhalten bleibt. Ich bin sicher, dass Kontinuität nicht nur durch gute Strategien, sondern auch durch ein funktionierendes Team gewährleistet werden kann.
Fällt Ihnen spontan eine besondere gemeinsame Aktion in der Zukunft ein?
Raßloff Natürlich die „ZeltZeit“, die in diesem Jahr zum zehnten Mal mit der LEG als Hauptsponsor durchgeführt wird. Ein gelungenes Event für Groß und Klein.
Norbert Kleeberg und Joachim Preußstellten die Fragen.
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