Ratingen: „Wir brauchen die Marke Ratingen“
zuletzt aktualisiert: 26.05.2008Düsseldorf (RPO). Montags-Interview mit Frank Rehmann, dem neuen Geschäftsführer der Ratingen Marketing GmbH (RMG). Der Diplom-Verwaltungswirt skizzierte Ziele: So müsse es einen einheitlichen Auftritt geben – auch ein neues Logo.
RMG – können die Ratinger Ihrer Ansicht nach mit diesem Kürzel bereits etwas anfangen?
Rehmann Ich hatte in den ersten 100 Tagen viele Gelegenheiten, die RMG in Gremien, Vereinen, Verbänden und in unzähligen Einzelgesprächen vorzustellen. In den nächsten 24 Monaten soll das Kürzel RMG selbstverständlich in den normalen Sprachgebrauch übergehen.
Sie sind seit mehr als 100 Tagen im Amt. War es ein guter Start? Ihre persönliche Sicht.
Rehmann Das kann ich uneingeschränkt bejahen. In Ratingen gibt es sehr viele engagierte Akteure, denen die Stadt am Herzen liegt. Ich bin überall positiv aufgenommen worden und freue mich auf engagierte und sachliche Diskussionen. Es macht mir sehr viel Spaß, mit Leidenschaft die anstehenden Themen zu meistern. Das ist mein Ziel und darauf freue ich mich.
Wo liegen noch die größten Defizite in der städtischen Marketing-Arbeit?
Rehmann Mir fehlt die „Guide-Line“, also der rote Faden der einzelnen Aktionen. Mit Individualität, Persönlichkeit und Service kann man den attraktiven Arbeits-, Wohn- und Freizeitstandort Ratingen herausstellen und auch in der Region etablieren. Dies gelingt nur mit einem starken und einheitlichen Auftritt der gesamten Stadt. Wir brauchen die Marke Ratingen, und diese Marke sollten im Idealfall alle Akteure in Ratingen fördern und unterstützen.
Jeder Stadtteil hat sein Innenleben. Das haben Sie im selbstbewussten Lintorf erlebt. Was bedeutet dies für Ihre Arbeit?
Rehmann Ich finde es gut, dass jeder Stadtteil sein Innenleben und sein eigenes Profil hat. Das soll auch so bleiben. Starke Stadtteile können für eine starke Gesamtstadt stehen. Und daran müssen wir arbeiten. Die Stadtteile sollen sich mit ihren individuellen Stärken in das Gesamterscheinungsbild einfügen. Dies gelingt durch gezieltes Marketing und gemeinsam abgestimmte Projekte. In Lintorf sind wir schon in den Dialog eingestiegen. Mit der Werbegemeinschaft Lintorf ist der erste Stadtteil als Mitglied im „Aktiv für Ratingen e.V.“ eingetreten. Jetzt geht es darum, diese formale Kooperation mit konkreten Projekten zu untermauern und über die Praxis zu überzeugen.
Welche neuen Projekte wollen Sie anstoßen?
Rehmann Ich möchte in einen öffentlichen Dialog einsteigen, um das Stadtmarketing auf breiter Basis zu legitimieren. Allerdings werde ich darauf achten, dass diese Diskussion kanalisiert und in konkrete Projekte, die inhaltlich, zeitlich und wirtschaftlich abgestimmt sind, überführt wird. Ich hoffe, dass es gelingt, der Stadt Ratingen ein Corporate Design zu geben, wobei ich die Aufmerksamkeit nicht nur auf ein neues Logo beschränken möchte. Viel wichtiger ist, was dahinter steht. Immer, wenn die Stadt Ratingen ihr Gesicht zeigt, etwa bei Broschüren, Plakaten, Flyern, Briefköpfen, Messe- und Internetauftritten, muss eine einheitliche Linie erkennbar sein. Sicherlich gehört dazu auch eine intensive Kooperation mit den Kultur- und Tourismusträgern.
Sie sind nun Mitglied im Bundesvorstand der Bundesvereinigung für City- und Stadtmarketing Deutschland (BCSD)? Wie kann Ratingen davon profitieren?
Rehmann Die BCSD ist die bundesweite Plattform für das Stadtmarketing. Im Bundesvorstand werden die Weichen für das Stadtmarketing gestellt. Neben dem internationalen Vergleich besteht auch unter den Stadtmarketing-Organisationen in Deutschland ein intensives Netzwerk. Wir gewährleisten den bundesweiten Know-How-Transfer. Viele Stadtmarketing-Organisationen haben ähnlich gelagerte Problemfelder. Die Erkenntnisse aus meiner Arbeit im Vorstand und der intensive Austausch in den Netzwerken werde ich in die tägliche Arbeit vor Ort einbringen.
Norbert Kleeberg stellte die Fragen.
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