Lintorf: Bei der Bahn Druck machen
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 18.04.2009Düsseldorf (RPO). Der neue Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) absolvierte gestern in Ratingen und Heiligenhaus seinen Antrittsbesuch. Er lässt erstmals alle Flugbewegungen in den "kritischen Stunden" wissenschaftlich prüfen.
Großer Bahnhof für den neuen Bau- und Verkehrsminister Lutz Lienenkämper: Landtagsabgeordneter Dr. Wilhelm Droste, Bürgermeisterkandidat Stephan Santelmann und viele Parteifreunde nutzten seinen Antrittsbesuch, um auf die drängenden Probleme vor Ort aufmerksam zu machen. Eine Rundfahrt führte ihn zum geplanten Autobahnanschluss für Vodafone und zu den beiden Bahnübergängen in Lintorf.
A 524: Anschlussstelle kommt
An der Tiefenbroicher Straße haben bereits Vorarbeiten begonnen, im Herbst soll dort mit dem Brückenbau gestartet werden. Beim Bau der Unterführung am Konrad-Adenauer-Platz/Kalkumer Straße sei allerdings die Bahn federführend, so der Minister: Ebenso wie Straßen NRW müsste die Bahn zunächst die Detailplanungen beenden, die auch über die Kosten Auskunft geben.
Dann erst könne der Eisenbahnkreuzungsvertrag geschlossen werden, bei dem es ja auch ums Geld ging. Einen Zeitplan mochte Lienenkämper nicht nennen, aber er mahnte "alle Beteiligten", ebenso wie sein Ministerium bei der Bahn Druck zu machen und auf die Priorität dieses Vorhabens hinzuweisen. Eine Vorfinanzierung durch die Stadt werde den Bau nicht vorantreiben.
Die Anbindung für Vodafone an die A 524 werde zurzeit geprüft, alle Beteiligten seien in Gesprächen: "Da wird es eine neue Anschlussstelle geben, wie auch immer." Schließlich gehe es um weitere etwa 2000 Arbeitsplätze. Der zusätzliche Verkehr sei den Anwohnern der Rehhecke nicht zuzumuten. Das Thema Flugverkehr beschäftigt den Meerbuscher seit über 15 Jahren. Er habe seine Meinung nicht geändert.
Der Flughafen sei ein wichtiger Standortfaktor und Arbeitgeber, doch die gültigen Regeln müssten eingehalten werden: "Das mögen die Deutschen." Er habe daher eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die die Flugbewegungen "in den kritischen Abendstunden" ab 22 Uhr wissenschaftlich auswerten soll. Denn noch gebe es unterschiedliches Zahlenmaterial, je nachdem, wer sie bereitstelle: Flughafen, Betroffene oder Lärmgegner, erklärte er der staunenden Runde. Auch Flugpläne und Begründungen für Ausnahmegenehmigungen sollen auf den Prüfstand.
Dann erst könne man feststellen, welcher Flug "in Ordnung war und welcher nicht". Die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungn seien noch völlig offen", so Lienenkämper. Er hält aber nichts davon, die Begründungen für Ausnahmeflüge zeitgleich ins Internet z stellen: Damit könnten selbst Juristen kaum etwas anfangen.
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