Ratingen: Beten verändert Menschen
zuletzt aktualisiert: 20.10.2007Düsseldorf (RPO). Wozu beten? „Wozu soll ich beten, es ändert sich ja doch nichts!“, sagte mir ein Jugendlicher im Gespräch. Wer kennt sie nicht, jene Momente des Zweifels am Sinn des Betens! Wo die erhoffte Hilfe ausbleibt, wenden sich Menschen enttäuscht von Gott ab und geben das Beten auf. Andere erleben das Beten als völlig ungenutzte Zeit: „Warum sollte ich sie vor den vielen Aktivitäten, die zu erledigen sind, schützen? Es gibt Wichtigeres zu tun!“
Das Gebet hat es nicht leicht, in unserer modernen und aufgeklärten Welt seinen Raum zu finden. „Was gibt Ihnen die Kraft dazu, sich so unermüdlich für andere Menschen einzusetzen?“, fragte ich mit Bewunderung eine im Sozialen Engagierte. „Das Gebet!“, lautete ihre Antwort. Das ist es, was das Beten für mich so kostbar macht: Durch das Gebet gewinne ich Klarheit in meinen Entscheidungen. Es erwächst mir die innere Kraft, mich den teils widrigen Lebensumständen zu stellen und die Hoffnung, nicht aufzugeben.
Auch wenn die äußeren Bedingungen sich zunächst nicht ändern, ich selbst mache eine Wandlung durch. Im Gebet stärkt Gott in mir den Willen zur Veränderung, gerade auch da, wo ich himmelschreiende Ungerechtigkeit und bodenlose Sinnlosigkeit erlebe. Erich Fried hat einmal gesagt: „Wer will, dass die Welt bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt!“ Wozu beten? Im Gebet findet Gott einen Weg, die Freiheit des Menschen achtend, in die Welt hinein zu wirken. Beten verändert Menschen, und Menschen verändern die Welt!
Pfarrer
Benedikt Bünnagel,
Kath. Pfarrei St. Peter und Paul
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