Ratingen: Bündnis für offene Läden
VON TIM BORGHOFF UND NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 01.03.2012Ratingen (RP). Rund 100 Händler haben bereits unterschrieben. Sie sagen: Der verkaufsoffene Sonntag am 15. April muss sein. Der Werbering City-Kauf wollte diesen Termin streichen – angeblich wegen mangelnder Resonanz.
Verkaufsoffener Sonntag am 15. April? Klar doch, da machen wir mit! Die Botschaft des Ratinger Einzelhandels spiegelt sich aktuell in rund 100 Unterschriften wider, die in den vergangenen Tagen in der Innenstadt gesammelt wurden. Detlef Mayer, Geschäftsführer des Dema-Schuh-Fachgeschäftes auf der Bechemer Straße, und Uwe K. Frohns, Sprecher der Arkadenhofgemeinschaft, kämpfen um diesen verkaufsoffenen Tag. "Ich bin sicher, dass wir deutlich mehr als 100 Unterschriften zusammenbekommen werden", betont Mayer im RP-Gespräch, der zusammen mit Ehefrau Marlies die Werbetrommel für den Einkaufssonntag rührt. Die Resonanz in der Stadt sei durchweg positiv, erklärt Mayer, "die meisten Händler wollen ihre Läden öffnen". Vom Haupt- und Finanzausschuss, der am 6. März tagen wird, erwartet Mayer eine "Pro-Ratingen-Entscheidung", also ein deutliches Ja zum verkaufsoffenen Sonntag.
Unterschriften an die Fraktionen
Das Ganze soll parallel zur Automeile stattfinden, die erfahrungsgemäß die Massen in die Innenstadt zieht. Frohns, der für die Arkadenhofgemeinschaft den Antrag gestellt hat, den verkaufsoffenen Sonntag doch stattfinden zu lassen, will den sechs Fraktionen im Rat die Unterschriftenlisten schnellstmöglich zukommen lassen. "Es geht uns um die Frage, wie sich die Stadt Ratingen als Einkaufsstadt präsentiert", erklärt der Inhaber von Spiel & Buch, der ebenfalls Unterschriften gesammelt hat.
Karin (73) und ihr Mann Georg (75) Zessler sind als Rentner nach eigener Aussage nicht auf geöffnete Läden am Sonntag angewiesen: "Früher wäre das aber schon schön gewesen. Da hatte man nur wenig Zeit, um auch mal mit der Familie in die Stadt zu gehen. Für viele arbeitende Leute ist es sicher ärgerlich, wenn der verkaufsoffene Sonntag gestrichen wird."
Werner Graf (67) glaubt, dass die verkaufsoffenen Sonntage in Ratingen von den Kunden kaum genutzt werden: "Ich glaube allerdings nicht, dass die Automeile es alleine schafft, Leute von außerhalb anzulocken, dann doch fast eher der Bauernmarkt oder die geöffneten Läden in der Stadt." Seine Frau Anke (62): "Ich habe selbst gesehen, wie wenige Kunden sonntags in die Stadt kommen. Da tun mir vor allem die Leute leid, die dafür auch noch sonntags in den Läden stehen müssen."
Diese Meinung teilt auch Monika Becker (45). Als Verkäuferin in einer Bäckerei muss sie sonntags arbeiten. Trotzdem glaubt sie, dass man der Automeile keinen Gefallen tut, wenn der verkaufsoffene Sonntag gestrichen wird: "Viele Frauen stellen doch dort ihren Mann ab, um in der Stadt shoppen zu gehen. Mehr Interessenten lockt man so sicherlich nicht zur Automeile."
Ursula Dimauro (59) hält offene Läden an Sonntagen für absolut notwendig: "Für so etwas muss man in Deutschland einfach mal offener werden. Ich habe selbst Jahre lange Zeit im Ausland gearbeitet. Wenn die Geschäfte dort nicht auch sonntags geöffnet hätten, wäre ich nie zum Einkaufen gekommen."
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