Breitscheid: Bürger wollen Straße sanieren
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 04.06.2011Düsseldorf (RPO). Anwohner des Perkerhofs sind den Flickenteppich leid und wollen die Komplettsanierung aus eigener Tasche ermöglichen. Doch die Stadt blockt: Ein solchen Fall habe man noch nicht gehabt. Nächste Baustelle schon in Sicht.
Fast ganz Breitscheid-Nord gleicht seit Wochen einer Großbaustelle: Die Stadtwerke verlegen Gasleitungen und Glasfaserkabel für Internet und "intelligente Stromzähler". Betroffen sind auch die Anwohner der Straße Perkerhof. Sie haben der Stadt nun eine schwere Aufgabe gestellt: Sie sind die Flickschusterei vor ihrer Haustüre leid und wollen aus eigener Tasche eine komplette Asphaltsanierung finanzieren.
Doch bei der Verwaltung stieß Wolfgang Böhm mit seinem ungewöhnlichen Ansinnen auf taube Ohren: So etwas habe man noch nie gehabt. Damit könne man nicht umgehen, habe er vom Tiefbauamt zu hören bekommen, sagte er und schüttelt den Kopf.
Und was ihn und seine Mitstreiter auch ärgert: Obwohl die Stadtwerke derzeit alles aufreißen, soll in etwa ein oder zwei Jahren möglicherweise wieder alles aufgemacht werden. Denn bei der Stadt stünde noch die Prüfung und Sanierung der Abwasserkanäle an, habe er im Amt erfahren.
Böhm ist fassungslos: Offenbar gebe es keine Absprachen zwischen den Stadtwerken und der Stadt. Schon vor etwa zwei Jahren sei bereits alles einmal aufgerissen worden, sagte er und zeigt auf die reichlich ramponierte Straße neben den Baugruben.
Böhm und seine drei Nachbarn haben vor etwa 40 Jahren in einer Stichstraße des Perkerhofs gebaut. Die städtische Straße ist etwa 40 Meter lang und drei Meter breit. Sie haben bereits mit der Baufirma gesprochen und auch schon mal Preise für eine grundlegende Neuasphaltierung eingeholt: etwa 35 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Abzüglich der Flächen, die ohnehin wieder neu hergerichtet werden müssen, blieben für die Anwohner etwa 60 bis 70 Quadratmeter, deren Sanierung sie gerne übernehmen würden.
Zur Straßenbaufirma Scheven habe man Kontakt aufgenommen, so Böhm. Doch die habe an die Stadtwerke verwiesen und die wiederum an die Stadt. Ob die beabsichtigte Kanalsanierung in offener Weise (also mit Baugruben) oder mit dem Inline-Verfahren durchgeführt werde, wisse man noch nicht.
Nun befürchten Böhm und seine Mitstreiter, dass sie noch einige Jahre mit diesem "Flickenteppich" vor der Tür leben müssen. Böhms Vorschlag: Jetzt schon mal die Kanäle prüfen und sofort sanieren. Dann habe man für die nächsten Jahre Ruhe.
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