Ratingen: Charmante Alleskönnerin
VON MELANIE MEYER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2006Düsseldorf (RPO). Katja Ebstein entführte das Publikum im Stadttheater auf eine vorweihnachtliche Reise. Sie begeisterte mit ihrer satirisch, heiteren Mischung aus Liedern, Gedichten und Geschichten der Literaturgeschichte.
Stiftung
„Wer Katja kennt, kennt ihr soziales Engagement“, sagte Klaus Überall, Ehemann und Manager, der Künstlerin.
1992 gründete sie zusammen mit ihrem Mann die Ebstein-Stiftung, die sich für die Bedürfnisse von Kindern einsetzt. Sie unterstützt zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte. Ebstein selbst: „Wenn ich helfen kann, dann tue ich das.“
Informationen zur Stiftung unter www.ebstein.de.
Literarisches Entertainment vom Feinsten. Das präsentierte Katja Ebstein am Mittwochabend auf der Bühne des Stadttheaters. Mit ihrem zauberhaften Adventsprogramm „Es fällt ein Stern herunter“ stimmte sie das Publikum auf die Weihnachtszeit ein. Charmant aber kritisch, gepaart mit Witz waren ihre Geschichten, Gedanken, Prosa und Lieder. Weihnachtliche Klänge gepaart mit satirischen, heiteren und poetischen Rezitaten regten zum Nachdenken an. Und bezauberten nicht zuletzt durch die strahlende, warme Stimme der Sängerin. Katja Ebstein steht seit 35 Jahren auf der Bühne, über 30 Alben veröffentlichte sie. Mit Songs wie „Wunder gibt es immer wieder“, oder „Der Stern von Mykonos“ sang sie sich in den 70-er und 80-er Jahren in die Herzen Vieler, aber auch das Genre Pop liegt ihr. Ebstein spielte Theater und sang die Hauptrolle in Musicals wie „Chicago“. Ihr Bühnentalent scheint unbegrenzt, ebenso wie ihr soziales Engagement: Seit 1992 setzt sie sich intensiv für die Bedürfnisse von Kindern ein.
„Weihnachten in dieser Zeit richtig zu spüren ist schwierig“, sagte Ebstein zu Beginn und lud das Publikum auf eine Reise in ihrer Kindheit ein. Sie sang und erzählte von Kinderträumen, persiflierte das glückliche Weihnachtsfest. „Wählen sie unauffällige Kleidung. Knabberzeug ist nicht gern gesehen und auch eine Platzanweiserin gibt es in der Kirche nicht. Auch von Applaus oder Pfiffen ist nach dem Orgelkonzert abzuraten“, zitierte sie aus den Benimmregeln für die so genannten „Seltengeher“, die die nur einmal im Jahr eine Kirche besuchen. Das Publikum schmunzelte und lachte. Ebstein spannte den literarischen Bogen von James Kruess, Heinrich Heine, Else Laker-Schüler, Berthold Brecht bis hin zu Loriot und für die Berlinerin dürfte natürlich Heinrich Zille nicht fehlen. Humorvoll und realistisch ging es auch nach der Pause weiter. Und wieder begeisterte sie das Publikum mit ihrer Mischung aus Liedern, Gedichten und Geschichten. Immer im Einklang mit ihrem Pianisten Martin Gärtner. Sie erzählte von Arbeitsagenturen, die Weihnachtsmänner vermieten und vom Stern von Bethlehem, der von allen Kaufhäusern hell leuchtet.
Wunderschön war die Weihnachtsgeschichte des Dichters Karl-Heinrich Waggerl vom Floh im heiligen Stall, der im Ohr des Christuskindes Schutz sucht und für das erste Lächeln des Säuglings sorgt.
Ihre träumerischen und gesellschaftskritischen Bilder der deutschen Literaturgeschichte, des Weihnachtsabends, die an Aktualität nichts verloren haben, entführten das Publikum weit weg von Konsum und selbstgemachtem Stress.
Zum Dank für einen zauberhaften Abend gab es viel Applaus.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum