Ratingen: Das 75-Millionen-Projekt
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007Düsseldorf (RPO). Viel Platz für junge Familien auf einem Areal mit 200 Wohneinheiten: Auf dem riesigen Gewerbegebiet am Felderhof soll ein kleiner Stadtteil entstehen – mit Einzelhandel. Anwohner informierten sich über die Pläne.
Was in einem Versammlungsraum der Gaststätte Schooldermann an der Volkardeyer Straße im eher beschaulichen Kreis engagiert diskutiert wurde, hat durchaus weitreichende Dimensionen. Sebastian Wladarz, CDU-Ratsmitglied und Kreistagsabgeordneter, hatte Planungsdezernent Dr. Ulf-Roman Netzel zu einem Info-Abend geladen. Der hatte mit geharnischter Kritik gerechnet – und lag mit dieser Einschätzung am Ende des Abends daneben. Thema: Was wird aus dem Gebiet der ehemaligen Spiegelglasfabrik, in dem Altlasten stecken? Mit neuem Gewerbe (Büros, Firmen) sei dort nichts zu machen, befand Netzel und nannte die Alternative, die der so genannte „Vorhabenträger“ entwickeln soll: jede Menge Wohnungen. Die „InDor Immobilienwelt“ in Ratingen will das 64 000 Quadratmeter umfassende Areal bebauen. Dazu muss der Bebauungsplan geändert werden – ein langes, ein schwieriges Verfahren. Andreas Ludwig, Geschäftsführer der Firma, betonte am Rande der Veranstaltung, dass es sich um ein Investitionsvolumen von rund 75 Millionen Euro handele.
800 neue Anwohner?
Netzel betonte: „Dieses Areal ist eine der letzten großen Flächen in der Stadt.“ Dort gebe es reichlich Platz für junge Familien, hochgerechnet könne man von rund 800 neuen Anwohnern ausgehen, erklärte der Planungsdezernent. Bürger, die am Felderhof wohnen, diskutierten engagiert mit und entwickelten Vorschläge. Tenor: Man ist durchaus erfreut, dass sich in absehbarer Zeit auf dieser riesigen Freifläche etwas entwickeln wird. Und was genau?
Wohnen: Es gibt Einzelhäuser und Reihenhausgruppen. Die Planer sehen an einer Längsseite des Gebietes (in der Nähe der Volkardeyer Straße, gegenüber von Lidl) eine Ladenzeile vor. „Dann müsste man nicht immer über die Westtangente zum Einkaufen fahren“, erklärte ein Anwohner vom Felderhof, „dann gäbe es eine Alternative.“
Verkehr: Die Planer wollen eine neue Erschließungsstraße ins Wohngebiet setzen. Der zusätzliche Verkehr kann darüber abfließen. Schon jetzt seien die Anwohner aber sehr stark von Verkehrsbelastungen betroffen, hieß es.
Parken: Pro Wohneinheit soll es zwei unabhängige Stellplätze geben, betonte Netzel. Anwohner vom Felderhof wünschen sich einen großen Garagenhof, um die bisherige Parksituation zu entspannen.
Altlasten: Es gibt zwei Bereiche, so gannte Linsen, die mit Altlasten verseucht sind, unter anderem mit teerhaltigen Abfällen. Das belastete Erdreich muss ausgekoffert werden. Laut Gutachten, das in Begleitung des städtischen Umweltamtes erstellt wurde, gibt es an keiner Stelle auf dem Gebiet Gefahren für die Gesundheit. Dies betonte Netzel ausdrücklich.
Schallschutz: Entlang der Bahnlinie soll ein mindestens fünf Meter hoher Schallschutz entstehen. Für die Kosten würde die „InDor Immobilienwelt“ aufkommen.
Name: Das Großprojekt, das nun in den Ausschüssen erstmalig vorgestellt wird, trägt den Namen „Felderhof 2“. KOMMENTAR
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