Heiligenhaus: Das Paradies liegt vor der Haustür
VON PETRA WILLNAUER - zuletzt aktualisiert: 06.08.2009Düsseldorf (RPO). Das Wandern ist derzeit wieder des Menschen Lust, Radwandern inklusive. Experten geben Tipps, wo Anfänger und Fortgeschrittene in heimischen Gefilden auf ihre Kosten kommen. Und wo es sich hinterher lecker spachteln lässt.
Wandern liegt wieder im Trend. Längst hat sich die Erkundung der Natur von ihrem spießigen Image befreit, und immer mehr Familien streifen gemeinsam durch Wald und Flur. Zwar neigt sich die letzte Ferienwoche ihrem Ende zu, doch NABU-Mitglied und Fledermausspezialist Hans Schöttler und der Förster und Leiter des Umweltbildungszentrums, Hannes Johannsen, verraten, wo man in Heiligenhaus jederzeit ein Stück Natur genießen kann.
"Für mich ist jede Jahreszeit auch Wanderzeit", so Schöttler. Im Frühjahr verbringt der engagierte Amphibienschützer seine Freizeit meist mit Streifzügen durch das Angertal, beobachtet und hilft Kröten bei ihrer Wanderung zu den Laichplätzen. "Natur erleben, das beschränkt sich bei mir nicht nur auf die Botanik. Es sind ihre Bewohner, die mich faszinieren." Bei Spaziergängen durch das Angertal, das sich auch sehr gut für Radtouren eignet, könne man in der Nähe des "Hof zu Ehren" den Eisvogel gut hören. "Obwohl ich in der Nähe der Rossdelle und damit fast direkt im anderen Naherholungsgebiet in Heiligenhaus, dem Vogelsangbachtal wohne, ist das Angertal meine liebste Wanderstrecke", sagt Schöttler.
Aber erst wenn es dunkel wird, kann Schöttler seiner wahren Leidenschaft frönen: "Dann liege ich in der Abtsküche auf der Lauer und beobachte unsere heimische Fledermaus." Erst vor kurzem päppelte Schöttler, der mittlerweile den Spitznamen Bat-Man hat ("bat" ist das englische Wort für Fledermaus), eine Zwergfledermaus, die in Velbert gegen eine Häuserwand geflogen war. Gern nimmt er Interessierte mit: "Am 28. und am 29. biete ich zur European Bat Night jeweils zweistündige Führungen um den Stauteich an. Um 20 Uhr geht's los. Natürlich wird das eine Wanderung im Dunkeln."
Hannes Johannsen hat als Leiter des neuen Umweltbildungszentrums schon von Berufs wegen viel Kontakt mit dem Heiligenhauser Grün. "Das hält mich aber nicht davon ab, auch in meiner Freizeit zusammen mit meiner Familie die Natur hier zu genießen. Einer unserer liebsten Wanderwege führt durch das Vogelsangbachtal. Auf beiden Seiten des Baches wird man mit einer wunderschönen Landschaft belohnt." Das Vogelsangbachtal eigne sich besonders für Wanderneulinge, die am Anfang mit kleinen Strecken ihre Wanderlust testen wollen. Als kleine Einführung in die heimische Flora und Fauna dient hier auch der Natur- und Erlebnispfad ‚im Paradies', der hinter dem Heimatkundlichen Museum an der Abtsküche beginnt und von Johannsen angelegt wurde. Wer nach der Wanderung platte Füße und eine durstige Kehle hat, sollte im Bauerncafé Wolff in der Abtsküche einkehren.
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