Ratingen: Das Revier im Fokus
VON MELANIE MEYER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009Düsseldorf (RPO). Manfred Vollmer gilt als Chronist des Ruhrgebiets. Die Galerie "art 73" zeigt unter dem Titel "Sein Revier ist das Revier" ausgewählte Arbeiten des renommierten Essener Fotografen.
Manfred Vollmer gilt als Chronist des Ruhrgebiets. Der renommierte Essener Fotograf dokumentiert seit mehr als 30 Jahren die Arbeits- und Lebenswelt sowie den Strukturwandel des Ruhrpotts. Unter dem Titel "Sein Revier ist das Revier" zeigt die Galerie "art 73" bis zum 13. März ausgewählte Fotos und Serien des Fotojournalisten und Künstlers, der seine Heimat und ihre Menschen in den Focus stellt.
Obwohl es sich bei den Fotografien lediglich um Momentaufnahmen handelt, erzählen die großformatigen Abzüge Geschichten und Geschichte. Vollmer dokumentiert in seinen ausdrucksstarken Portraits und Bildern des Ruhrgebiets die Veränderungen in der Stahl- und Kohleregion. Sein Thema reizt und interessiert, weil er in seinen Arbeiten Thesen aufstellt, mit Vorurteilen aufräumt und unterschwellig fragt: "Ruhrgebiet, wie geht es dir?" Vollmer sagt selbst: "Mein Revier ist das Revier". Er lebt seit mehr als 40 Jahren in Essen und hat den Pott und seine Menschen lieben gelernt.
Persönlich
Manfed Vollmer wurde 1944 in Emmendingen geboren.
1965 bis 1970 studierte er Fotografie an der Folkwangschule in Essen. Seitdem ist er freiberuflicher Fotojournalist.
1979 erhielt er den ersten Preis beim "World Press Fotowettbewerb" in der Kategorie "News, Picture, Stories" mit der Serie über die Ölpest in der Bretagne 1978.
Er lebt heute in Essen. Sein Themenschwerpunkt ist das Ruhrgebiet mit allen seinen Facetten.
Die Ausstellung in der Galerie "art 73", Düsseldorfer Straße 73, kann noch bis zum 12. März besucht werden. Finissage ist am Freitag, 13. März, 19 Uhr. Vollmer stellt dann seinen neuen Fotoband "Ruhrgebiet in Echt" vor.
Mehr unter: www.art73.de.
Vollmer wuchs bis 1965 in Emmendingen auf und hegte schon als Schüler den Wunsch, Fotograf zu werden. 1965 verschlug es ihn für ein Fotografie-Studium nach Essen an die Folkwangschule. 1970 machte er dort sein Examen und erhielt für seine Arbeit "Kirchenfeste in Süditalien" den Folkwangpreis. Die Kunden des freien Fotografen sind heute namhafte Tageszeitungen und Magazine.
In allen seinen Arbeiten und Reportagen wird deutlich, dass ihm fotografieren ein Bedürfnis ist. "Ich habe einige Arbeiten meiner Abschlussarbeit mitgebracht. Und ich war überrascht, was für wahnsinnige Momente ich ohne moderne Technik, mit wenigen Filmen in der Tasche, festgehalten habe", sagt er bescheiden.
Heute fotografiert Vollmer digital, doch die Umstellung. sagt er, sei ihm nicht leicht gefallen. Jedoch sei die Digitalkamera ein Zugewinn, denn man habe den Kopf nicht mehr voller Technik und man könne sich mehr auf das Motiv konzentrieren. Seine alte Leica hat er trotzdem nicht weggelegt, denn das Geräusch des zurückschnellenden Spannhebels empfindet er heute noch als Genuss.
Mit der neuen Ausstellung "Sein Revier ist das Revier" ist es dem Galeristenehepaar Wallburga und Peter Guretzky erneut gelungen, eine sehr hochwertige Bilderschau, die Werke von Menschen und Orten zeigt, die Geschichte und Zeitgeist spüren lassen, nach Ratingen zu holen.
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