Ratingen: Datenbank soll Handel helfen
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 02.12.2008Düsseldorf (RPO). Nach dem müden Advents-Auftakt in der City werden die Rufe nach einem Marketing-Konzept immer lauter. Frank Rehmann, Geschäftsführer der Ratingen Marketing GmbH, setzt auf ein neues Geschäftsflächen-Management.
Nein, wahre Begeisterungsstürme hat das vergangene Wochenende beim Ratinger Einzelhandel ganz und gar nicht ausgelöst. Es bleibt ein schwieriges Geschäft mit Blick auf die Lage zwischen den Oberzentren Düsseldorf, Köln und Essen. Das Problem: Ratingen hat vor allem für die Bürger in der Stadt zwar ein eigenes, ein unverwechselbares Profil, doch diese Visitenkarte wird nicht entsprechend präsentiert – oder erst gar nicht auf den Tisch gelegt.
Martin Gerhold, einer der Geschäftsführer im Kaufhaus Aufterbeck, mahnte bei einem ersten Resümee nach dem schwachen XXL-Freitag mehr Geschlossenheit unter den Händlern und ein Marketing-Konzept an. Hatten sich im vergangenen Jahr noch rund 100 Händler am verkaufsoffenen Freitag beteiligt, so waren es diesmal weniger als zehn.
Verkaufsoffen
In der Ratinger Innenstadt soll es kräftig brummen. In einen bestimmten Termin setzen die Einzelhändler besondere Hoffnungen: Der Sonntag, 14. Dezember, ist zwischen 13 und 18 Uhr verkaufsoffen.
Zudem sollen die Weihnachtsmärkte in der Innenstadt (Marktplatz, Arkadenhof) das Publikum anlocken.
Eine Bilanz, die belegt, dass es strukturelle Probleme im Einzelhandel gibt. So sieht es jedenfalls Frank Rehmann, Geschäftsführer der Ratingen Marketing GmbH (RMG). Am Mittwoch, 17. Dezember, tagt der RMG-Aufsichtsrat. Dann wird er sich mit einem Konzept befassen, das Ratingen mit Blick auf Umsatz und Angebote nach vorn bringen soll. Rehmann wird das neue Marketing-Konzept präsentieren, das aus mehreren Themenblöcken besteht und die Ergebnisse diverser Workshops beinhaltet. An diesen Arbeitsgruppen nahmen unter anderem auch Geschäftsleute teil. Rehmann: „Die Resonanz auf unsere Workshops war sehr, sehr positiv.“
Der RMG-Geschäftsführer setzt vor allem auf ein neues Geschäftsflächen-Management. Es geht darum, mit Hilfe einer Datenbank genau zu erfassen, wer welche Läden betreibt, wo es Leerstände gibt, wie die Laufzeiten der Mietverträge aussehen, wo man zum Beispiel Zwischennutzungen (wie in der Wall-Passage) anbieten könnte. „Auf der Basis dieser Daten können wir perspektivisch arbeiten und erkennen, wo schnell gehandelt werden muss“, betont Rehmann. Bei einer Zwischennutzung könnte ein Laden, der zurzeit leer steht, anderweitig genutzt werden. „Zum Beispiel mit Hilfe einer Kunst-Ausstellung“, erläutert Rehmann, „das ist keine dauerhafte Lösung, aber immerhin eine kleine Hilfe.“ Die Wirtschaftsförderung der Stadt hatte stets moniert, dass kleine Ladenflächen schwer zu vermarkten seien.
Rehmann schloss nicht aus, dass die RMG eine Datenbank mit eigenen Bordmitteln aufbauen werde. „Da müssen wir uns mit der Wirtschaftsförderung der Stadt absprechen“, betonte der Geschäftsführer, der die Situation nach dem müden Advents-Auftakt nicht ganz so dramatisch sieht. „Wir müssen sicherlich achtsam sein, Ratingen hat aber ein eigenes Profil mit viel Potential.“
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