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Ratingen: Der Frühling ist da

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 20.03.2010

Düsseldorf (RPO). Heute ist astronomischer Frühlingsanfang. Die Vegetation ist zwei Wochen zurück. Klaus-Dieter Mönch vom Grünflächenamt blickt auf einen ungewöhnlich langen Winter zurück.

Heute beginnt – aus astronomischer Sicht – der Frühling. Es wird höchste Zeit, die Pflanzen in den Boden zu bringen: Die Entwicklung der Vegetation liegt gegenüber dem Soll um etwa zwei Wochen zurück, teilte gestern der Deutsche Wetterdienst mit. Der meteorologische Frühling startete schon am 1. März, doch davon merkten auch die Ratinger recht wenig. Dieser Winter war so lange kalt wie seit langem nicht.

Klaus-Dieter Mönch vom Grünflächenamt misst seit 18 Jahren in der stadteigenen Wetterstation unter anderem die Temperaturen. Er musste gestern seine eigenen Erinnerungen benutzen und tippte auf 1963: Damals habe der Winter ebenfalls bis in den März hinein gedauert. Auch die Temperaturen waren rekordverdächtig: Sie lagen im Januar um vier Grad unter dem Durchschnitt, im Februar um zwei Grad.

Auch bei den Frosttagen, so Mönch, sei die Statistik der vergangenen 18 Jahre geschlagen worden: Im Februar gab es 24 Tage, an denen das Thermometer nicht über null Grad kletterte. Üblich seien durchschnittlich 7,8 Tage. Insgesamt habe es im Februar 16 Schneetage (mit einer 24-stündigen geschlossenen Schneedecke) gegeben, gegenüber nur 3,9 im vergangenen Jahr.

Winter war ein Ausreißer

Doch mit Blick auf das vergangene, recht warme Jahrzehnt, glaubt Mönch, dass dieser Winter eher ein "Ausreißer" gewesen ist.

Zumindest für wichtigen Gartenarbeiten wie den Rückschnitt sei die lange Kälteperiode gut gewesen, so Mönch. Auch hofft er, dass viele Schadinsekten den Dauerfrost nicht überlebt haben. Vorgestern hat er schon die ersten Hummeln und Wespen gesehen: Ihnen reckt sich in diesen warmen Tagen eine wahre Pracht von Blüten entgegen.

Schneeglöckchen sind schon länger zusehen, auch die Krokusse, wie an der Anne-Frank-Schule, haben die ersten warmen Tage genutzt. Soeben aufgeblüht sind die ersten Osterglocken: Auf dem Hauser Ring, so Mönch, könne man den Osterglocken an diesem Wochenende bestimmt zusehen, wie sie aufblühten. Nun sei es an der Zeit, in den Garten zu gehen und zu pflanzen.

Mit Nachtfrösten sei zumindest in den nächsten Tagen nicht mehr zu rechnen. Und den üblichen Kälteeinbruch Anfang Mai (Eisheilige) würden die Pflanzen meist schadlos überstehen.

Auch die Landwirtschaft kann, wenn der nasse Boden wieder befahrbar ist, endlich die Maschinen anwerfen: Die Frühkartoffeln hätten schon seit vier Wochen in der Erde sein müssen, so Mönch.

Die Ausbringung von Gülle und Stallmist durch die Landwirte wurde vom Frost bislang verhindert: Solange der Boden nicht aufnahmefähig ist, verbietet eine Verordnung das Verteilen auf den Äckern.

Mönch ist im eigenen Garten und Gewächshaus schon aktiv: Steckzwiebeln, Spinat, Möhren und Petersilie sowie Salat im Gewächshaus wollen gepflanzt oder gesät werden.

Quelle: RP

 
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