Hösel: Der Manager für den Chor
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 11.01.2008Düsseldorf (RPO). François Koppitsch ist der neue „Mann für alles“ bei der Jugendkantorei Hösel. Er tritt die Nachfolge von Kai Lehmann an und ist derzeit dabei, sein erstes großes Projekt zu stemmen: das Neujahrskonzert des Knabenchores.
Mit dem Knabenchor. . .
. . . und von Pastor Dieter Jeschke wird François Koppitsch am Sonntag, 13. Januar, um 10 Uhr im Gottesdienst offiziell eingeführt und der Gemeinde vorgestellt.
. . . wird auch beim Neujahrskonzert im Stadttheater, Europaring 9, Nachwuchsstar Ricardo Marinello sowie Geigerin Martina Trumpp, Solisten und Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker auftreten.
Karten gibt’s an allen bekannten Vorverkaufsstellen, beim Reisebüro Tonnaer, Oberstraße, beim Kulturamt, Minoritenstraße, und im Chorbüro, Bahnhofsstraße 75, Tel. 96 30 60 für 20, 18 oder 16 Euro (ermäßigt 15; 13,50 und zwölf Euro).
François Koppitsch ist kein Typ, der sich in eine Ecke drängen lässt. In die des Studenten in Jeans passt er nicht mehr so wirklich, in die des aalglatten Managers im Anzug genauso wenig. Muss er auch nicht, denn der 24-Jährige verbindet schlichtweg beides. Locker sitzt er in Sakko UND Jeans im Ledersessel des Büros seines „Kollegen“, Toralf Hildebrandt, dem künstlerischen Leiter der Jugendkantorei Hösel.
Koppitsch ist Nachfolger von Kai Lehmann, der aus beruflichen Gründen nach Norddeutschland zieht, und damit neuer Manager – ein Titel, der ohnehin nicht so ganz zu einem musikalisch hoch anspruchsvollen Kantorei-Chor passen mag. Auf den ersten Blick allerdings nur. „Ich habe mich früher auch gefragt, was Herr Lehmann eigentlich macht“, gibt Koppitsch zu. Das weiß der Höseler mit französischer Mutter und deutschem Vater nun allerdings ganz genau. Für sein angestrebtes Kulturmanagementstudium hat er im Moment keine Zeit, auch sein Informatikstudium liegt derzeit auf Eis. „Ich hoffe aber, dass ich die pädagogischen Kurse bei der Informatik wieder anfangen kann, wenn ich hier etwas mehr Routine habe“, sagt der Höseler.
Mit Musik hatte Koppitsch bislang nichts am Hut. „Ich hab’ mal Gitarre gespielt“, verrät er und grinst, wohlwissend, dass das kaum mit der Musik des Knabenchors zu vergleichen ist. „Es ist aber auch gut, jemanden von außen zu haben, der bringt frischen Wind rein“, sagt Hildebrandt. Er hatte den jungen Mann im vergangenen Jahr angesprochen, ob er sich diesen Job vorstellen könne. Entstanden war der Kontakt über den TV Hösel, wo beide Badminton spielen, und die Fahrten des Knabenchores, bei denen Koppitsch seit einem Jahr als Betreuer dabei ist.
Vielseitigkeit reizte
So kennt er auch die Jungen schon gut, kommt mit den Neun- wie mit den 19-Jährigen gut zurecht, ist bei Fahrten und Konzerten stets der „zweite Mann“ neben Hildebrandt. „Das ist auch das, was mich an dem Job so gereizt hat“, sagt Koppitsch. Denn er arbeite nun mit den Kindern und Jugendlichen genauso wie mit den Eltern, für die er Ansprechpartner für alle denkbaren Fragen ist. Koppitsch ist nun also das besondere Mädchen für alles – außer dem künstlerischen Bereich. Er muss Veranstaltungen organisieren, mit allem, was dazu gehört: Räumlichkeiten buchen, Terminabsprache mit Solisten, Kartenvorverkauf, Druck, Programm – die Liste wäre noch lange weiterzuführen.
Und nebenbei hat der Informatiker auch die PCs der Kantorei mal auf Vordermann gebracht. „Nach und nach habe ich immer mehr Aufgaben von Herrn Lehmann übernommen“, erinnert Koppitsch an den Beginn. Das Weihnachtskonzert organisierten sie noch gemeinsam, das Neujahrskonzert (siehe Info) ist nun sein erstes eigenes „Baby“. Darauf will er sich jetzt konzentrieren, Vollzeit. Von seinem Arbeitsplatz wegholen kann ihn derzeit nur die Feuerwehrsirene: Denn Koppitsch ist auch bei der Freiwilligen Feuerwehr.
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