Ratingen: Der politische Unternehmer
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 21.04.2010Düsseldorf (RPO). Heinrich Bartels tritt als Direktkandidat für die FDP an. Der selbstständige Unternehmer aus Homberg sagt klipp und klar: "Für mich zählen nicht Worte, sondern Resultate." Er sieht sich als die liberale Alternative zur Konkurrenz.
Politiker klingen anders – nicht so wie Heinrich Bartels. Der redet auch über Politik, aber nicht nur. Der Mann kann vor allem unterhalten und den Zuhörer auf eine mitunter turbulent anmutende Reise mitnehmen. Da erzählt er von seinem Leben, das ihm schon sehr früh ein ordentliches Maß an Robustheit und Durchsetzungskraft mitgegeben hat. Der Vater war Braumeister. Es ging nach Spanien. Ein einschneidender Lebensabschnitt für Bartels, der Spanisch lernte. Es ging ins Ruhrgebiet. "Der Kohlenpott hat mich geprägt", unterstreicht er, "ich mag die zupackende Art der Leute."
1979 wanderte er nach Kolumbien aus, lernte dort seine spätere Ehefrau kennen, eine Rechtsanwältin. Heute lebt die Familie im beschaulichen Homberg. Kolumbien – das war zuletzt die Hölle. Drogenbosse wohnten nebenan. Bartels zog die Notbremse, dachte nur: Wir müssen hier weg. Wenn er all dies erzählt, dann wirkt dies authentisch – die Geschichten sind sozusagen aus dem Leben gegriffen. Leben als Schule. Irgendwann ist Bartels in die FDP eingetreten. Das ist schon ein paar Jährchen her. Wichtig sind die Prinzipien, die er verkörpern will: Transparenz, kein Schmu, Taten statt Reden. Plakative Worte, von der Politik tagtäglich zigmal hinausposaunt. Aus Bartels' Mund klingt das irgendwie anders. Er sagt: "Die Leute sollen mich an meinen Taten messen." Und so hängen Plakate im Stadtgebiet mit Dingen, die Bartels verspricht.
Eigentlich, so hat der Schatzmeister des FDP-Stadtverbandes einst betont, hat er als Direktkandidat ohne Landeslisten-Platz keine Chance, aber die will er nutzen. Wieder so ein Bartels-Satz. Mehr Sicherheit an dunklen und unübersichtlichen Orten, keine Windräderparks in Ratingen und Heiligenhaus, ein Sofortprogramm zur Stärkung der Wirtschaftsstandorte Ratingen und Heiligenhaus – nur einige Punkte aus seinem Programm, das Messlatte sein soll. "Ich stelle mich für die FDP mitten in den Wind", betont Bartels.
"Ich strebe keine Mandate an"
Die Kandidatur als Versuchsballon? "Keineswegs", schickt er hinterher, "weit über zehn Prozent sind mein Ziel." Er sieht sich als die liberale Alternative, erklärt der sachkundige Bürger im Bezirksausschuss Homberg-Schwarzbach. Und wenn es nicht klappt? Er will weiter in der Politik tätig sein. Im Stadtverband hat er die Mitglieder mit seiner Art, Sachverhalte zu erklären, schnell überzeugt.
Bartels macht sein Ding. Und so stellt er fest: "Ich strebe keine Mandate innerhalb und außerhalb des Landtages an, sondern sehe den Fokus meiner Arbeit in handfesten Ergebnissen für Ratingen und Heiligenhaus." Am Ende braucht er für all sein Tun aber doch die Stimmen der Wähler. Bartels, vor wenigen Wochen noch ein völlig unbekanntes Gesicht auf der politischen Bühne, ist auf das Ergebnis gespannt. Am 9. Mai wird abgerechnet.
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