Ratingen: Die Sparwache
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 13.02.2008Düsseldorf (RPO). Kurz nach Baubeginn für die neue Feuerwache wächst die Kritik an der abgespeckten Variante. Die Hallen nehmen nur den derzeitigen Fuhrpark auf. Zusätzliches Gelände sichert die Zukunft und vermeidet Rangier-Probleme.
Stille Alarmausfahrt
Die Anwohner der neuen Wache müssen übrigens nicht um ihren Schlaf bangen: Die Alarmausfahrt zur Mettmann der Straße soll über eine Ampel geregelt werden. „Wir müssen erst später das Horn ziehen“, so Wehrchef René Schubert. Die Überlegungen, auch die Kreuzung Europaring in das System einzubeziehen, um dort Lärm zu vermeiden, liefen noch.
Der Bau der Feuerwache hat eben erst begonnen, da wird bereits Kritik an der Sparversion laut. Bei einer offenen Fraktionssitzung der CDU im Florianstübchen der alten Hauptwache berichtete Wehrchef René Schubert über sich anbahnende Verkehrsprobleme und die diversen Abspeckmaßnahmen, die „mittel- bis langfristig“ eher unerfreulich seien.
Wie viele Stellplätze?
Die Zahl der Stellplätze in den Hallen ist im Gegensatz zu den ursprünglichen Planungen nur auf den jetzigen Fahrzeugpark ausgelegt: Kommt ein zusätzliches Einsatzauto dazu, muss es draußen geparkt werden. Bei den Bodenbelägen sei auch gespart worden. Anstelle eines stabilen Hartholzbelages werde ein Kunststoffboden verlegt. Die Übungswand sei gestrichen worden. Immerhin sei die Sporthalle genehmigt worden, wenn auch nur in arg verkleinerter Form.
Für das Einfahrtproblem zeichnet sich eine Lösung ab. Bekanntlich verlassen die Fahrzeuge im Alarmfall die Wache über die Mettmanner Straße. Nach dem Einsatz wird die Wache über den Voisweg angesteuert, um im der südlichen Hallenkomplex wieder neu ausgerüstet zu werden. Doch die letzte Planung hätte eine direkte Einfahrt der großen Fahrzeuge in die Halle ohne umständliche Rangiererei nicht zugelassen. Durch Vermittlung von Hanno Paas (CDU-Ratsherr) wurde ein schmales Grundstück dazugekauft. Damit ist die Rangiererei vom Tisch. Außerdem solle das zusätzliche Gelände als Übungsfläche, Hubschrauberlandeplatz und eine mögliche Erweiterung dienen. Für Schubert ist die zusätzliche Fläche, „auf die wir dringend angewiesen sind“, ganz klar eine „Zukunftssicherung der Feuerwehr“. Zurzeit wird das Grundstück noch als Zufahrt für ein benachbartes Unternehmen genutzt, doch soll eine Lösung gefunden werden.
Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie die Löschzüge über die tagsüber stets hoffnungslos zugeparkte Formerstraße nach dem Einsatz bis zur Wache gelangen. Schubert: „Zwei Pkw kommen so gerade im Schritttempo aneinander vorbei.“ Doch bei einem Löschzug sei das schwer vorstellbar.
Baudezernent Dr. Ulf-Roman Netzel versteht die Diskussion nicht: „Dort kommt selbstverständlich ein absolutes Halteverbot hin.“ Das sei auch aus dem Grund nötig, weil dort die K10n enden soll. Die lange geforderte Kreisstraße soll von der Mettmann Straße an der Bahn entlang zur Formerstraße führen. Auf dem Phönix-Gelände ist wie berichtet ein Gewerbegebiet geplant. Außerdem soll die K10n die Industriestraße vom Schwerlastverkehr entlasten.
Doch was die Parkplätze angehe (dort parken vor allem Mitarbeiter von Esprit und aus dem übrigen BD-Gebiet) werde man sich wohl etwas einfallen lassen müssen.
Manfred Evers (Ratinger Linke) kritisierte die Sparversion der Wache: „Wenn eines Tages angebaut werden muss, muss man zusätzliches Geld ausgeben. Die Wache dürfte also noch teurer werden als geplant.“ KOMMENTAR
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