Breitscheid: Diskussion über Pipeline
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009Düsseldorf (RPO). Die Bürgerschaft Breitscheid lädt zu einer Informationsveranstaltung zum Thema CO-Pipeline ein.
Die Inbetriebnahme scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Sprecher der Initiativen geben Auskunft.Infos im Internet
Termin: Donnerstag, 2. Juli, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum Roter Turm, Alte Kölner Straße 14 in Breitscheid.
Über die Kohlenmonoxid-Pipeline von Dormagen nach Krefeld-Uerdingen informiert Bayer im Internet unter www.pipeline.bayer.de.
Die Initiativen gegen den Bau: Duisburg-Süd (www.contra-pipeline.de), Erkrath (www.ig-erkrath.de) und Hilden (www.muthilden.de.)
Hochkarätig besetzt ist die nächste Informationsveranstaltung der Bürgerschaft Breitscheid zum Thema CO-Pipeline. Für Donnerstag, 2. Juli, wurden der Vorsitzenden der IG Erkrath und Initiative "Stop für die CO-Leitung", Wolfgang Cüpper, und der Pressekoordinator der Initiativen aus den betroffenen Städten, Dieter Donner, eingeladen. Aus Ratingen sind Prof. Hans Petry und BU-Ratsmitglied Heinz Brazda dabei.
Brazda hatte sich mit der Kamera zur verlegten Pipeline begeben und offensichtliche Sicherheitsmängel festgehalten: Die Bilder wurden dem Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf zur Verfügung gestellt. Wie berichtet, hat das VG Ende Mai den Antrag der Firma Bayer Material Science auf Inbetriebnahme der bereits weitestgehend fertiggestellten Giftgasleitung abgelehnt. Damit bleibt deren Betrieb weiterhin untersagt.
Sicherheitslage verschlechtert
Das Gericht war zu dem Ergebnis gelangt, dass sich die Sicherheitslage durch die Änderungsbescheide der Bezirksregierung Düsseldorf vom 2. und 3. März 2009 nicht verbessert, sondern verschlechtert habe. Gründe: Das ursprünglich vorgesehene oberflächennahe Warnband entfalle, die Breite der so genannten Geo-Grid-Matten sei von ursprünglich 80 Zentimetern auf nunmehr 60 Zentimeter reduziert worden, und die Rohrwandstärke sei an verschiedenen Stellen von 6,3 Millimeter auf 5,6 Millimeter reduziert wurden. Hierdurch sei das Sicherheitsniveau der Pipeline "entscheidungserheblich abgesenkt" worden. Wie Dieter Donner gestern erläuterte, habe Bayer beim Antrag auf Genehmigung der Pipeline angegeben, die Stärke der Rohre in kritischen Bereichen, wie beispielsweise unter Straßen, Autobahnen oder Eisenbahntrassen, von 5,6 Millimeter auf 6,3 Millimeter zu erhöhen. Diese Angaben seien auch Grundlage für das Planfeststellungsverfahren gewesen. Doch das sei nachweislich nicht geschehen, aber nachträglich von der Bezirksregierung Düsseldorf abgenickt worden.
Bei Besichtigungen war den Gegnern auch aufgefallen, dass die gelben Warnbänder, die ursprünglich als zweite Sicherung weit über den Geo-Grid-Matten in Oberflächennähe gelegt werden sollten, teilweise direkt auf den Textilfolien lagen. Auch die Grid-Matten, die Baggerfahrer warnen sollen, seien nicht immer im vorgeschrieben Abstand über den Rohren verlegt worden. Auch sei den von der Firma Bayer bestellten Gutachtern vom Verwaltungsgericht Parteilichkeit vorgeworfen worden, so Donner.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum