Ratingen: Donnernder Applaus für Trimborns Preisträger
VON DAVID BUND - zuletzt aktualisiert: 22.11.2010Düsseldorf (RPO). Am vergangenen Freitag fand das Konzert der Preisträger des Ferdinand-Trimborn-Förderpreises NRW 2010 statt – erstmals im Trimborn-Saal der Musikschule und erstmals mit allen drei Preisträgern. Zwei Neuerungen, die begrüßt und befürwortet werden müssen. Zu Beginn spielte die Drittplatzierte, Camilla Busemann, Jahrgang 1992, aus Menden den Kopfsatz des ersten Violinkonzerts von Sergej Prokofjew. Dabei gelang ihr mit sicherer Technik und natürlicher Tongebung ein ansprechender Vortrag. Ihre Klavierbegleiterin Kira Ratner trug mit umsichtigem Spiel zum Gelingen der Interpretation maßgeblich bei. Es folgte "Scherzo-Tarantelle" des polnischen Komponisten und Geigenvirtuosen Henri Wieniawski. Ein technisches Bravourstück, das die junge Geigerin bis auf geringe Intonationsschwankungen überzeugend zu spielen vermochte.
Der Zweitplatzierte, der Asiate Hyun Jin Kim aus Bielefeld, steuerte dem Konzert einen reinen Solobeitrag bei und begann mit der Partita d-moll von Johann Sebastian Bach. In recht asketischer Spielweise präsentierte er sich als ein äußerst kultivierter Vertreter seiner Zunft. Dynamisch fein abgestuft errichtete er vor den Ohren der Hörer eine klug disponierte Architektur des viersätzigen Werkes. Mal kontemplativ verinnerlicht, mal leichtfüßig tänzerisch zeigte Kim ein feines Gespür für barocke Stilistik.
Sein zweites Stück war eine "Caprice" von Niccolò Paganini, die ihrem Titel alle Ehre erwies und in der Darbietung des erst 16-Jährigen zu einem wahren Kabinettstück wurde. Nach der Pause nahm der Vize-Bürgermeister David Lüngen gemeinsam mit der Witwe des Preisstifters, Irmgard Trimborn, die Preisverleihung vor, bei der die Urkunden und das gestaffelte Preisgeld überreicht wurden. Der zweite Konzertteil gehörte dann der Siegerin Stephanie Appelhans. Die 19-jährige Geigerin aus Arnsberg bot gemeinsam mit ihrem Pianisten Michael Kravtchin zwei Leckerbissen der Kammermusik. Als erstes stand Beethovens Sonate für Klavier und Violine auf dem Programm. Schon bei den Einleitungstakten des ersten Satzes wurde hörbar, was die Jury zur Erstplatzierung bewogen hatte. Ein so musikantischer Zugriff und eine so filigrane Linienführung erreichten die Zuhörer emotional noch einmal ganz anders. Im zweiten Variationen-Satz überzeugte das Spiel vor allem durch den Reichtum an Kontrasten. Dem abschließenden Rondo nahm sich das Duo dann unbekümmert und vital an und verlieh ihm eine unmittelbare und affektfreie Wirkung.
Mit Prokofjews zweiter Sonate für Violine und Klavier schloss sich dann ein Meilenstein der Literatur für diese Besetzung an. Appelhans und Kravtchin strukturierten das klassizistische Werk wunderbar transparent. Mit einem packenden Presto setzte die würdige Siegerin einen gekonnten Schlusspunkt. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich mit donnerndem Applaus.
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