Ratingen: DRK auf Werbetour
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 05.05.2010Düsseldorf (RPO). Um den Mitgliederschwund zu stoppen, hat der DRK-Ortsverband eine Werbeaktion gestartet. Hans-Dieter Janssen zieht von Haustür zu Haustür. Viele Angebote sind ohne gut gefüllte Beitragskasse nicht denkbar.
Der Ortsverein des DRK leidet seit Längerem an Mitgliederschwund. Das macht sich auch in der Beitragskasse bemerkbar – und das gibt Anlass für Sorgenfalten. Denn zahlreiche Angebote des DRK seien dringend auf die Gelder aus den Mitgliedsbeiträgen angewiesen, so Vorsitzender Holger Kirchmann. Um die Zahl der Fördermitglieder zumindest konstant zu halten, hat er eine Werbeaktion angeregt: Seit einer Woche ist Hans-Dieter Janssen, professioneller DRK-Werber, im Stadtgebiet unterwegs – ausgerüstet mit roter DRK-Jacke und Ausweis. Janssen gehört zu einer Tochterfirma des DRK.
Spendenquittung auf Wunsch
Mit Ausweis
Hans-Dieter Janssen ist in den kommenden Wochen im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Er trägt eine Jacke des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und kann einen DRK-Ausweis vorzeigen.
Infos für den DRK-Ortsverein Ratingen gibt es im Internet unter www.drk-ratingen.de.
Feste Beiträge gibt es nicht. Ab zwei Euro pro Monat aufwärts kann man Mitglied werden. Nach oben gibt es selbstverständlich keine Grenze. Eine Spendenquittung werde auf Wunsch ausgestellt, so Janssen. Als DRK-Mitglied habe man im Krankheitsfall Anspruch auf einen Rückholdienst aus dem Ausland, so Kirchmann.
Es seien weniger Austritte als vielmehr Todesfälle, die das DRK in Ratingen, aber auch im übrigen Kreisgebiet, dezimierten, sagte Kirchmann. Bei der jüngsten DRK-Ortsversammlung wurde bereits Alarm geschlagen: Seit Jahren hält ein leichter Rückgang der Mitgliederzahl an. Im Dezember 2009 waren es noch 1712 Mitglieder. Durch Öffentlichkeitsarbeit und Mund-zu-Mund-Propaganda versuchte man bislang, die Zahl zumindest konstant zu halten. Doch das reicht offenbar nicht. Auch der Kreisverband will verstärkt in die aktive Mitgliederwerbung einsteigen. Viele Angebote des DRK seien ohne Ehrenamtliche und ein finanzielles Polster aus den Mitgliedsbeiträgen nicht denkbar, so Erhard Raßloff. Dazu zählt auch der Behindertenfahrdienst, der in Ratingen bereits seit 35 Jahren vom DRK angeboten wird. Zurzeit besitzen über 270 Personen die Berechtigung, an diesem Fahrdienst teilzunehmen. Von der Stadt gibt es einen kleinen Zuschuss (9000 Euro), doch kostendeckend sei der Dienst nicht durchzuführen, so Kirchmann. Man werde versuchen, auch in Zukunft durch Beiträge des Vereins den Dienst sicherzustellen. Künftig sollen auch Sehbehinderte und Blinde dieses Angebot wahrnehmen können.
Ein weiteres Beispiel für ein nicht kostendeckendes Angebot sei das Mehrgenerationenhaus am Klompenkamp, das seit zehn Jahren existiert. Eine hauptamtliche Kraft werde durch zehn Ehrenamtliche unterstützt. Fast ausschließlich durch ehrenamtliche Kräfte würden die Sanitätswachen bei größeren Veranstaltungen geleistet. Dazu zählen der Rosenmontagzug (im Verbund mit anderen Hilfsorganisationen), das Radrennen oder Reitturniere.
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