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Ratingen: Ein Haus voller Leben

VON SASKIA GELLESZUN - zuletzt aktualisiert: 27.12.2007

Düsseldorf (RPO). Zahlreiche Vereine nutzen das Jugendhaus am Stadionring für ihre Treffen. Das Jugendamt bietet die Räumlichkeiten aber auch für Kindergeburtstage an. Schon immer war die Einrichtung in ihrer langen Geschichte ein Treffpunkt für die Jugend.

Vom Keller bis in die oberste Etage steckt das Jugendhaus am Stadionring voller Leben. Im Keller proben Bands in den vier Proberäumen, und in den Werkräumen werden Modelle gebaut. Aber auch im Stockwerk darüber treffen sich Gruppen und Vereine: Mutter-Kind-Gruppen und Kurse der Volkshochschule, Pfadfinder, Tanz- und Theatergruppen, Schachclub, Skatclub, Tambourcorps, Tanzgarden, aber auch die Jugendgerichtshilfe, die psychische Beratungsstelle, AGs des Jugendrates und ein tunesischer Kulturverein.

„Die Falken“ trafen sich

Schon immer war das Haus ein Treffpunkt für die Jugend – auch zu düsteren Zeiten, wie Michael Hansmeier vom Jugendamt, der das Haus seit 1993 betreut, vor kurzem erfuhr: „Zur Nazi-Zeit traf sich die Hitler-Jugend dort“, erzählte ihm ein Mann, der selber bei diesen Treffen gewesen war. Auch nach dem Krieg blieb das Haus am Stadionring Haus der Jugend: Im so genannten Jugendgruppenhaus trafen sich die Pfadfinder „Die Falken“ und politisch Aktive.

Anfang der 90-er Jahre gab es dann Probleme mit der Belegung des Hauses. „Es kamen nur noch einige Basisgruppen und zwei Bands“, erinnert sich Hansmeier. Das Jugendamt handelte, beantragte finanzielle Mittel und „krempelte das Haus einmal komplett um“: Lärmschutz für die Probenräume, neue Stromversorgung, eine bessere Musik- und Lichtanlage und eine neue Theke. Weitere Neuheit: Statt des Schließdienstes durch den Hausmeister wurde den Gruppen selber die „Schlüsselgewalt“ übertragen. „Damit haben wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, zieht Hansmeier Bilanz. „Wir nehmen nur eine geringe Miete, der Deal ist dann, dass das Haus ordentlich hinterlassen wird und theoretisch direkt die nächsten hinein könnten.“

Möglich ist im Jugendhaus fast alles. Michael Hansmeier schmunzelt, wenn er vom Kaninchenzüchterverein R357 aus Mettmann erzählt: „Die treffen sich alle vier Wochen, halten aber auch ihre Ausstellungen im Haus ab. Dann verwandeln sie das Haus innerhalb weniger Stunden in einen riesigen Ausstellungsraum.“ In den Ferien bezieht die Stadtranderholung dort Quartier und es diente auch schon Gästegruppen aus den Partnerstädten als Übernachtungsmöglichkeit, Sprachschulen als Unterkunft und im Jugendkulturjahr als Probenraum.

Wer einmal im Jugendhaus war, der kommt meist auch wieder: „Einweisungen brauchen die meisten gar nicht mehr, weil sie alles schon kennen. Viele Eltern erzählen auch, dass sie schon als Kind ihre eigenen Geburtstage im Haus gefeiert haben“, so Hansmeier.

Seine Wünsche für die Zukunft: „Demnächst kommt noch ein Dach vors Haus, für die Raucher, die demnächst nicht mehr drinnen rauchen dürfen. Toll wäre ein Service, der Kindergeburtstage organisiert, aber das ist wohl doch etwas zu kompliziert. Ich finde es schön, dass wir dort jetzt mit dem TV eine so lebendige Ecke haben.“

Quelle: RP

 
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