Ratingen: Einbrecher im Visier
VON REGINA HARTLEB - zuletzt aktualisiert: 21.03.2007Düsseldorf (RPO). Kriminal- und Unfallstatistik 2006: Die Polizei registrierte 5795 Straftaten. Schwerpunkt waren wie in vergangenen Jahren Diebstähle. Zugenommen haben Handy- und Rollerklau.
Thema Sicherheit
Der Verkehrsverein lädt ein zu einer Info-Veranstaltung: „Ist Ihre Sicherheit sicher?“ Am Donnerstag, 22. März, 19 Uhr, Medienzentrum, referiert Polizeioberrat Dirk Druyen über die aktuelle Lage in Ratingen und neue Wege der Zusammenarbeit von Polizei und Ordnungsamt der Stadt. Wo fühlen Bürger sich geschützt, wo sehen sie Handlungsbedarf, um sich sicherer fühlen zu können?
Weniger Straftaten, eine solide Aufklärungsquote und erstmals seit zehn Jahren keine tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer – Die Bilanz 2006 von Polizeioberrat Dirk Druyen, Leiter der Polizeiinspektion West, fiel entsprechend aus: Als „grundsätzlich erfreulich“ bezeichnete er die gestern vorgestellten Ergebnisse der Kriminal-und Unfallstatistik für das vergangene Jahr. Bei leicht fallender Tendenz registrierten die Ratinger Ermittler 5795 Straftaten, 41,1 Prozent davon konnten sie aufklären. Den finanziellen Gesamtschaden aller Taten bezifferte Druyen auf 6,5 Millionen Euro.
Den Löwenanteil aller Delikte nehmen traditionell die Diebstähle ein: Mit 3126 Fällen lag der Anteil bei knapp 54 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche blieb dabei mit 186 Fällen im Vergleich zu 2005 stabil, allerdings gab es mehr Einbruchsversuche. „Hier sind auch die Bürger gefordert, ihre Wohnungen zu sichern“, kommentierte Hardo Müller, Erster Kriminalhauptkommissar. Vor allem in den Wintermonaten schlägt die statistische Welle der Wohnungseinbrüche Jahr für Jahr nach oben aus. Mit einer Aufklärungsquote von 15,1 Prozent sei man aber zufrieden.
Ein Dauerbrenner unter den Raubdelikten bleibt mit 25 Fällen in 2006 die Handyabzocke – in den allermeisten Fällen begangen von Jugendlichen unter 21 Jahre. „Das Schlimme ist, dass die meisten sich nicht der Tatsache bewusst sind, dass sie einen Raub begangen haben“, so Müller.
Nicht zu unterschätzen sei ebenso die angestiegene Zahl der Ladendiebstähle, betonte Bernd Lingott, Erster Kriminalhauptkommissar. Er weiß: „Ladendiebstahl ist häufig ein Einstiegsdelikt in eine kriminelle Karriere.“ Über 35 Prozent der Fälle wurden ebenfalls von Jugendlichen unter 21 Jahren begangen, mit einem bemerkenswerten Frauenanteil. Sprunghaft angestiegen, um 55 Prozent, ist die Zahl gestohlener Mopeds und Krafträder: 62 Fälle registrierten die Beamten in 2006, im Vorjahr waren es 28 gewesen. Der Rollerklau sei ein klassisches Jugenddelikt. Hardo Müller: „Es geht dabei weniger um den Besitz. Viele klauen einen Roller, fahren ihn leer und lassen ihn dann irgendwo stehen. “
Stehen geblieben sind auch jede Menge Räder – allerdings bei der Polizei: 68 Fundräder zählten die Beamten, das Kuriose daran: „Keines davon konnte den 395 registrierten Fahrraddiebstählen zugeordnet werden“, so Müller.
Die Zahl der Körperverletzungsdelikte zeigt im Verlauf der Jahre eine langsame, aber stetig steigende Tendenz. 23 Prozent davon ereigneten sich unter Jugendlichen. Brennpunkte, etwa an bestimmten Schulen, gebe es aber keine. Seite B2, Kommentar
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