Heiligenhaus: Einbruchsserie aufgeklärt
VON DANIELA VON DELLINGSHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 08.12.2007Düsseldorf (RPO). Die Polizei hat einen 24-jährigen Haupttatverdächtigen festgenommen. Von Anfang Juni bis Ende Oktober hat es 60 Geschäfts- und Büroeinbrüche gegeben. 70 Prozent davon gehen auf das Konto einer Gruppe um den 24-Jährigen.
Auf frischer Tat ertappt
Bei einigen Delikten wurden die Einbrecher auf oder unmittelbar nach frischer Tat festgenommen. Im Laufe der Zeit kam es zu insgesamt 13, teilweise mehrfachen Festnahmen.
Mit der Festnahme des Haupttatverdächtigen endete die Einbruchsserie.
Ein Aufatmen geht durch Heiligenhaus: Wie die Polizei Mettmann auf einer Pressekonferenz mitteilte, konnten die Einbrüche inzwischen zum größten Teil aufgeklärt werden. Landrat Thomas Hendele erklärte: „Wir konnten den 24-jährigen Haupttatverdächtigen festnehmen, er sitzt in Untersuchungshaft.“ Seit seiner Festnahme endete die Einbruchsserie, die es in dieser Ausprägung zuvor in Heiligenhaus noch nie gegeben hatte – und die Bevölkerung zu Recht beunruhigte.
Von Anfang Juni bis Ende Oktober diesen Jahres fanden insgesamt 60 Geschäfts- und Büroeinbrüche statt – im Vergleichszeitraum des Jahres 2006 gab es nur 18 vergleichbare Delikte. Aufgrund der Vorgehensweise der Täter wurde beim Kriminalkommissariat 4 in Mettmann die Ermittlungskommission „Kuhfuß“ eingerichtet. Dank intensiver Ermittlungen konnten die meisten Einbrüche – 70 Prozent – einer Gruppe von in Heiligenhaus lebenden Personen zwischen 17 und 25 Jahren zugeordnet werden. Diese Gruppe, in der alle Mitglieder einen Migrationshintergrund haben, steht im Verdacht, seit Juni nicht nur in Heiligenhaus, sondern auch in Velbert, Ratingen, Hilden und weiteren umliegenden Städten ihr Unwesen getrieben zu haben. „Zum Glück ist uns der Täterkreis recht schnell bekannt geworden. Eine lange Zeit konnten wir leider aus ermittlungstechnischen Gründen keine intensive Aufklärungsarbeit leisten“, sagte Kriminaloberrat Dirk Druyen, Leiter der Kriminalinspektion 1 in Mettmann. Auch der Erste Kriminalhauptkommissar Wolfgang Brilhaus bestätigt: „Wir hatten eine recht schnelle Verdachtslage, haben aber verdeckt ermitteln müssen.“
Jugendlichen Perspektiven bieten
„Insgesamt hat es jedoch die ganze Zeit über eine positive Rückkopplung über die Polizeiarbeit von Seiten der Bevölkerung gegeben“, bekräftigte Hendele. „Das zentrale Kommissariat, welches seit Mitte des Jahres im Kreis existiert, hat sich bereits positiv bemerkbar gemacht“, sagte der Landrat. Die Polizisten nannten als Motiv für die Einbrüche die Drogenabhängigkeit der allesamt arbeitslosen Verdächtigen. Einer der Täter habe angegeben, wöchentlich ungefähr 2000 Euro zur Deckung seines Kokainkonsums zu benötigen.
„Einen Weg heraus aus der Kriminalität schaffen wir sicherlich nur, wenn den jungen Leuten Zukunftsperspektiven geboten werden“, sagte Hendele. Die Polizei bemühe sich, mit anderen Behörden zu kooperieren, sehe sich dennoch gezwungen, bei Delikten entsprechend durchzugreifen. „Hier handelt es sich schließlich nicht um Kavaliersdelikte.“ Neben einer in dem Zeitraum insgesamt gestohlenen Beute im Wert von rund 35 000 Euro komme vor allem bei den Betroffenen noch der Schaden am Eigentum und der Einfluss auf deren Psyche hinzu, sagte Dirk Druyen.
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